BZ-Interview

David Grossman - die Nahost-Politik und Israels Ängste

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Fr, 13. August 2010

Literatur

BZ-INTERVIEW mit dem Schriftsteller und Friedenspreisträger.

Der Schriftsteller David Grossman erhält am 10. Oktober in der Frankfurter Paulskirche den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. In seinen Büchern setzt sich die Ikone der israelilschen Friedensbewegung für die Aussöhnung zwischen Israelis und Palästinensern ein. Mit Grossman, dessen jüngerer Sohn 2006 im Libanonkrieg starb, sprach BZ-Korrespondentin Inge Günther.

BZ: Sie sind nicht nur eine literarische Stimme Israels, sondern auch eine Ikone des Friedenslagers. Nach dem Tod ihres Sohnes Uri umso mehr. Sie plädieren sogar für den Dialog mit der Hamas.Waren da nicht auch andere Instinkte, auf diesen tragischen Verlust zureagieren?
Grossman: Natürlich gab es sie, die ganze Skala. Wenn einem so etwas passiert, will man Vergeltung, man hasst, ist verletzt. Ich glaube nicht, dass ein Mensch davon verschont wird. Die Frage ist, was man damit macht. Immer, wenn ich dem Hass nachgab, spürte ich, dass ich mich nicht mehr meinem Sohn Uri nahe fühlte.

BZ: War das Schreiben ein therapeutischer Akt?
Grossman: Eines weiß ich sicher: Ohne das Schreiben hätte ich ein ernstes Problem bekommen. Seit damals schreibe ich im Schatten dessen, was meiner Familie zugestoßen ist. Für mich ist Schreiben die beste Art, um zu verstehen, was passiert ist und mich dem Innersten der Geschehnisse auszusetzen. Nicht in masochistischer Weise, sondern um die Bedeutung zu erfassen. Was bedeutet Leben in solcher Nähe zum Tod? So dramatisch und total der Tod ist, kann unser Umgang mit ihm nuanciert und sogar flexibel sein.

BZ: Stimmt es, dass die Zeit die Schmerzen lindert?
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