Weniger neue Ebola-Fälle im Kongo

dpa

Von dpa

Do, 13. Februar 2020

Panorama

WHO spricht von ermutigendem Trend, gibt aber noch keine Entwarnung.

GOMA/GENF (dpa). Bei der Ebola-Epidemie im Kongo gibt es Helfern zufolge endlich einen Lichtblick – aber noch keine Entwarnung. Die Zahl der neuen Fälle sei in den vergangen Monaten stark gesunken, sagte Ghassan Abou Chaar von Ärzte ohne Grenzen (MSF) am Mittwoch. Auch der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, sagte, "der derzeitige Trend ist ermutigend". Trotzdem entschied sich die WHO am Mittwochabend dagegen, die seit Juli bestehende "gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite" aufzuheben. Das Risiko, dass sich die Krankheit ausbreite, sei vor Ort weiterhin hoch, sagte Tedros. Global gesehen sei das Risiko aber gering.

Die meisten Ebola-Fälle in den vergangenen Monaten seien schnell identifiziert und behandelt worden, sagte Abou Chaar. Die meisten Patienten hätten überlebt. Allerdings gab es demnach jüngst wieder zwei Erkrankte, die zuhause starben. Wenn Ebola-Patienten in ihren Gemeinden erkranken und sterben, ist die Gefahr weiterer Infektionen meist hoch. Es ist Abou Chaar zufolge daher möglich, dass sich der Ausbruch wieder verschlimmert.

Seit anderthalb Jahren wütet die Seuche im Osten Kongos. Bislang sind den Behörden zufolge 3431 Menschen erkrankt und 2253 Menschen gestorben. Diese Epidemie ist besonders schwer in den Griff zu bekommen, weil die Region sehr instabil ist. Etliche Milizen greifen immer wieder Zivilisten an und unterbrachen den Einsatz des medizinischen Personals mehrfach. Die Sicherheitslage sei nach wie vor prekär, sagte Tedros.

Unabhängig davon müsse die internationale Gemeinschaft sich weiter dafür einsetzen, dass das Gesundheitswesen im Kongo gestärkt wird. "Jetzt den Fuß vom Gaspedal zu nehmen, könnte ein fataler Fehler sein," so Tedros Er wollte noch diese Woche nach Kinshasa fliegen, um mit der Regierung zu erörtern, wie das Gesundheitswesen gestärkt werden könne.