BZ-Interview

Freiburger Wirtschaftsweiser: Krise wird noch dramatischer

Jörg Buteweg und Bernd Kramer

Von Jörg Buteweg & Bernd Kramer

Mo, 21. Mai 2012 um 08:23 Uhr

Wirtschaft

Die Krise in der Eurozone wird 2012 noch dramatischer werden als sie 2011 schon war, als die Krisengipfel der Euroländer einander jagten. Das glaubt zumindest der Freiburger Wirtschaftsprofessor Lars Feld.

BZ: Warum fürchten Sie, dass 2012 für die Eurozone schlimmer wird als 2011?
Feld: Niemand weiß, ob die begonnenen Reformen, zum Beispiel am italienischen Arbeitsmarkt, den gewünschten Erfolg haben. Zweitens wird deutlich, dass Spanien nur auf die Beine kommen kann, wenn es seine Banken saniert. Das ist aber noch nicht geschehen. Drittens können sich die Finanzmarktteilnehmer leicht ausrechnen, dass die Rettungsschirme, allen Beteuerungen zum Trotz nicht ausreichen, um Spanien und Italien zu retten, wenn das notwendig werden sollte. Viertens muss Italien in diesem Jahr mehr Staatsanleihen umschulden als in der Vergangenheit erwartet worden war, weil es sich stärker kurzfristig refinanziert hat. Schließlich sorgt der Wahlausgang in Griechenland und Frankreich für enorme Unruhe.

BZ: Weil die Finanzmarktakteure fürchten, dass der Sparkurs aufgegeben wird?
Feld: Die Hängepartien schaffen Unsicherheit. In Griechenland wird neu gewählt. Die Wahlen finden nicht vor Mitte Juni statt. Manche befürchten einen Austritt des Landes aus der Eurozone und ziehen deshalb ihre Einlagen aus den griechischen Banken ab. In Frankreich wird sich vor den Parlamentswahlen Mitte Juni ebenfalls nicht viel bewegen.

BZ: Wie wahrscheinlich ist es denn, dass nach der Abwahl von Staatspräsident Nicolas Sarkozy in Frankreich der strikte Sparkurs, den die Eurozone auf deutsches Betreiben eingeschlagen hat, aufgegeben wird?
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