Milliardenverlust wegen Strafen

dpa

Von dpa

Fr, 14. Februar 2020

Wirtschaft

Airbus legt Zahlen vor.

TOULOUSE (dpa). Der europäische Luftfahrt- und Rüstungskonzern Airbus ist nach milliardenschweren Strafzahlungen wegen Korruptionsvorwürfen ins Minus gerutscht. Wie der Konzern am Donnerstag in Toulouse bekanntgab, fiel im Geschäftsjahr 2019 ein Fehlbetrag von knapp 1,4 Milliarden Euro an. Dabei wurde die Bilanz von Sonderkosten für den Militärtransporter A 400 M belastet. Im Jahr 2018 hatte der Gewinn noch bei gut drei Milliarden Euro gelegen. Eigentlich war 2019 ein Rekordjahr für Airbus.

Nach einer Einigung mit Behörden wegen Bestechungs- und Korruptionsvorwürfen hatte der europäische Flugzeugbauer eingewilligt, zusammen 3,6 Milliarden Euro in Frankreich, Großbritannien und den USA zu zahlen. In Frankreich ist der Löwenanteil der Strafe fällig – nämlich 2,1 Milliarden Euro. In Großbritannien beläuft sich die Geldbuße auf knapp 984 Millionen Euro, die USA sollen knapp 526 Millionen Euro bekommen. Die schon seit Jahren laufenden Untersuchungen hatten den Luftfahrtkonzern mit Schaltzentrale im französischen Toulouse unter Druck gesetzt. Ein Übriges taten schlechte Exportaussichten für den Militärtransporter A 400 M – Sonderbelastungen von 1,2 Milliarden fielen an.

Beides überschattet nun das erfolgreiche Jahr 2019. Im Rennen um die Marktführerschaft konnte Airbus erstmals seit Jahren dem US-Erzrivalen Boeing den Titel abjagen. Airbus lieferte 863 Verkehrsflugzeuge aus und damit acht Prozent mehr als im Vorjahr. Boeing steckt seit März 2019 in einer schweren Krise. Nach den zwei Abstürzen mit insgesamt 346 Toten hatten Behörden in aller Welt Passagierflüge mit der 737 Max untersagt, dem meistgefragten Boeing-Modell.