MIT GEWINN LEBEN: Stornierung mit Hindernissen

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Sa, 08. August 2020

Wirtschaft

Keine Gebühr, wenn kostenlose Stornierung angeboten wird.

Wegen der Corona-Pandemie können viele Pauschalreisende ihren Urlaub kostenfrei stornieren. Wenn keine außergewöhnlichen Umstände vorliegen, dürfen Reiseveranstalter Stornogebühren verlangen – aber nur, wenn sie klar darüber informieren.
Herr M. buchte bei einem Reiseveranstalter eine Expeditionsreise mit dem Schiff für zwei Personen im Wert von rund 16 000 Euro. Wenige Tage nach der Buchung erhielt er eine Bestätigung mit dem Hinweis, dass die Reise drei Tage ab Erhalt der Bestätigung kostenlos storniert werden könne. Wegen Unstimmigkeiten über die zur Verfügung zu stellenden Kabinen machte er hiervon Gebrauch und stornierte die Reise noch am selben Tag. Umso überraschter war er, als ihm 20 Prozent Stornogebühren in Rechnung gestellt wurden. Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg prüfte den Fall und stellte fest: Auch, wenn es kein gesetzliches Recht auf eine kostenlose Stornierung oder einen Widerruf bei Reisebuchungen gibt, muss sich der Anbieter an sein Angebot halten, selbst wenn dieses – wie sich herausstellte – durch ein Versehen in der Bestätigungsmail gelandet war. Herr M. konnte seine Reise daher kostenlos stornieren und erhielt auch die geleistete Anzahlung zurück. Der abgemahnte Reiseanbieter verpflichtete sich, zukünftig keine Stornierungspauschalen in Rechnung zu stellen, wenn eine kostenlose Stornierung versprochen wurde.

Oliver Buttler
ist Abteilungsleiter Telekommunikation, Internet und Verbraucherrecht der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg.
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