Razzia bei der Commerzbank

dpa

Von dpa

Mi, 11. September 2019

Wirtschaft

Es geht um Cum-Ex-Geschäfte.

FRANKFURT (dpa). Auf der Suche nach Beweisen für Cum-Ex-Aktiendeals zu Lasten der Staatskasse haben Fahnder am Dienstag Räume der Commerzbank durchsucht. Die Staatsanwaltschaft Köln bestätigte Ermittlungsmaßnahmen, ohne Details zu nennen. Nach Informationen des Handelsblatts waren Geschäftsräume des Instituts in Frankfurt das Ziel. Die Ermittler haben der Zeitung zufolge den Verdacht, dass die Commerzbank am Handel mit großen Aktienpaketen rund um den Tag der Dividendenauszahlung beteiligt war – und zwar als Verkäufer von Aktienpaketen, die für den Cum-Ex-Handel verwendet wurden. Bei solchen Geschäften nutzten Investoren eine Lücke im Gesetz, um den Staat über Jahre um Milliarden zu prellen. Rund um den Dividendenstichtag wurden Aktien mit ("cum") und ohne ("ex") Ausschüttungsanspruch zwischen mehreren Beteiligten hin- und hergeschoben. Am Ende konnte der Fiskus nicht mehr nachvollziehen, wem die Papiere gehörten. Finanzämter erstatteten Kapitalertragsteuern, die nie gezahlt worden waren. Dem Staat entstand ein Milliardenschaden.