Narretei nur den Narren

Erika Bader

Von Erika Bader

Sa, 17. Oktober 2020

Wehr

Die Fasnacht 2021 findet in Wehr und Öflingen nur intern statt.

. Die Wehrer und Öflinger Fasnacht 2021 wird zum überwiegenden Teil nur intern stattfinden können, das gaben Öflingens Zunftmeister Michael Sutter und Wehrs Oberzunfträtin Petra Meier bei einem Pressegespräch am Freitagnachmittag bekannt. Sprich: Es wird keine Bälle, Zunftabende und auch keine Straßenumzüge geben. Abgesagt sei die Fasnacht deshalb aber nicht, nur kann wegen Corona die Bevölkerung nicht wie üblich einbezogen werden.

Der elfte Elfte, das Narrenbaumstellen und die Fasnachtsverbrennung sollen stattfinden – allerdings ohne großes Publikum. Wie genau die Zünfte diese Events allerdings auf die Beine stellen wollen, wissen die Verantwortlichen noch selber nicht. "Man muss von Woche zu Woche schauen, wie sich die Corona-Lage entwickelt und dann kurzfristig entscheiden, wie man das anpackt", sagt Petra Meier.

Es seien nun neue Ideen und Kreativität gefragt, meinen Meier und Sutter: Nur schiebt Corona auch neuen Ansätzen einen Riegel vor. Veranstaltungen per Video auf Internetplattformen ausstrahlen? "Datenschutzrechtlich ist das nicht so einfach", merkt Ordnungsamtsleiter Stefan Schmitz an. Auch einen Straßenumzug zu veranstalten, bei dem die Wehrer die Narren auf der Straße nur von ihren Fenstern und Balkonen aus beobachten käme nicht so einfach in Frage. "Wer garantiert mir, dass die Leute nicht doch auf die Straße kommen?", fragt Petra Meier. Als Veranstalter könne sie die Verantwortung nicht dafür übernehmen, dass die Zuschauer auch wirklich alle den Mindestabstand einhalten würden. "Nur weil etwas rein rechtlich machbar ist, heißt das nicht, dass es auch faktisch umsetzbar ist", merkt Stefan Schmitz mit Blick auf die Corona-Richtlinien an. Damit die Fasnacht in Wehr und Öflingen zumindest symbolisch präsent ist, wollen sie die Zünfte aber noch etwas überlegen: "Wir wollen Fähnle in der Stadt aufhängen", sagt Meier und Sutter ergänzt: "Man soll punktuell merken, dass eigentlich Fasnacht ist." Finanziell werde sich das Ausfallen der öffentlichen Fasnacht wohl kaum niederschlagen. Denn die Zünfte konnten die Zunftabende und den Hemdglunkiball ohne Gebühren erstatten. "Zudem hat der Verband uns den Mitgliedsbeitrag erlassen, was schön ist", sagt Meier. Viel schwerwiegender als mögliche finanzielle Ausfälle sei laut Michael Sutter ohnehin, dass das Soziale und der vereinsinterne Zusammenhalt leide, da Fahrten und gemeinsame Unternehmungen coronabedingt abgesagt werden mussten. "Ich freue mich schon auf den Tag, an dem man sich wieder ohne Einschränkungen treffen kann", sagt Petra Meier mit Blick in die Zukunft.