Naturschutz fängt mit Löchergraben an

Christiane Sahli

Von Christiane Sahli

Do, 06. Mai 2021

Häusern

In einer Aktion des Schwarzwaldvereins pflanzen Jugendliche und Erwachsene mit Förster Behringer 200 junge Bäume.

. Für eine Baumpflanzaktion hatte der Häuserner Schwarzwaldverein junge Menschen mit ins Boot geholt. Fünf Jugendliche und einige Erwachsene pflanzten in steilem Gelände oberhalb des Brotkübelwegs nahe der Wittlisberger Kapelle unter Anleitung von Förster Roland Behringer junge Bäume, überwiegend Buchen, aber auch einige Tannen.

Förster Behringer zeigte, wie es geht: Zuerst an der Pflanzstelle trockenes Material wie Laub entfernen, bis der Boden freigelegt ist. Dann den Spaten einstechen, bis ein Spalt entsteht, ein richtiges Loch sollte nicht gegraben werden, denn der Boden "soll so bleiben, wie er gewachsen ist". Dann das junge Bäumchen in die Erde "reinschwingen", wie es Behringer formulierte. Aber nur, soweit es bislang im Boden gewachsen ist, also nur bis allenfalls kurz über die Wurzeln. Zum Schluss die Öffnung mit Erde füllen, diese festtreten, gießen und fertig. Wenn sich dabei Mulden bilden, in denen sich das Wasser sammelt, umso besser. Die Idee, Jugendliche zu der Baumpflanzaktion einzuladen, war bei der Dorfputzete entstanden, bei der so viele Kinder und Jugendliche mit von der Partie waren wie noch nie, sagte Paul Kessler vom Vorstandsteam des Schwarzwaldvereins. Und diese Aktion passt gleich in mehrfacher Hinsicht in das Konzept der Ortsgruppe. Zum einen will man in Zukunft vermehrt junge Menschen ansprechen. Zum anderen hat man sich die Themen Natur und Umwelt auf die Fahnen geschrieben. "Man kann kaum etwas Sinnvolleres für den Klimaschutz tun, als Bäume zu pflanzen", äußerte Kessler. Und auch aus pädagogischer Sicht sei die Aktion sehr wertvoll, fuhr er fort.

Mit viel Eifer machten sich fünf Jugendliche und einige Mitglieder des Schwarzwaldvereins unter blauem Himmel an die Arbeit "Wenn man so etwas zum ersten Mal macht, dauert es etwas länger", vermutete Kessler. Aber weit gefehlt, die Arbeit ging allen flott von der Hand.

Förster Behringer unterstützte die Helfer mit Rat und Tat, und wo es nötig war, kürzte er die Wurzeln. Am Ende des Nachmittags hatten die Helfer ungefähr 200 Bäume gepflanzt.

Viel Lob für die Jugendlichen gab es nicht nur vom Fachmann, sondern auch von Bürgermeister Thomas Kaiser, der an Ort und Stelle war und die Schar mit Getränken versorgte.

Da man coronabedingt nicht alle Jugendlichen, die sich für die Baumpflanzaktion gemeldet hatten, berücksichtigen konnte, soll es einen weiteren Termin geben, kündigte Kessler an.

Und Arbeit gibt es genug, denn Behringer will in diesem Frühjahr in seinem Revier, das vom Albtal über Häusern und St. Blasien bis nach Menzenschwand reicht, 20000 junge Bäume pflanzen.