Stellenspezial Gesundheit

Neue Ausbildung in der Pflege

Jürgen Ruf

Von Jürgen Ruf

Sa, 27. Juni 2020

Beruf & Karriere

Seit dem 1. Januar gilt in der Pflege die sogenannte generalisierte Ausbildung. Zusammengefasst wurden die Ausbildung in der Kranken-, Alten- und Kinderpflege.

Die Pflegebranche braucht Nachwuchs. Es fehlt genug qualifiziertes Personal. Dies gilt für die Kranken- und Kinderkrankenpflege ebenso wie für die Altenpflege. Eine Antwort ist die seit Jahresbeginn geltende neue Ausbildungsordnung für Pflegeberufe. Sie ermöglicht Auszubildenden mehr Möglichkeiten. Und verspricht eine bessere Pflege.

"Wir sind froh und dankbar über diese neue Form der Ausbildung. Die Resonanz, die wir bekommen, ist überaus positiv", sagt Julia Glaser. Sie ist zentrale Ausbildungskoordinatorin der Heiliggeistspitalstiftung in Freiburg, einer der Träger von Einrichtungen der Altenhilfe in der Stadt. Die neue Pflegefach-Ausbildung, sagt Glaser, mache die Pflegeberufe interessanter. Es werde Auszubildenden bei den theoretischen und praktischen Lerninhalten deutlich mehr Vielfalt geboten als bisher. Die Folge sei eine professionellere Pflege. Davon profitierten letztlich auch die Einrichtungen sowie jene Menschen, die auf die Hilfe von Pflegern angewiesen sind.

Die deutschlandweit geltende neue Ausbildungsordnung für Pflegeberufe gibt es seit Anfang Januar dieses Jahres. Ziel ist, Pflegeberufe attraktiver zu machen, heißt es bei der Bundesagentur für Arbeit. Die bisherigen Ausbildungsberufe in der Kranken-, Alten und Kinderkrankenpflege werden in der einheitlichen Berufsausbildung zur Pflegefachfrau beziehungsweise zur Pflegefachmann zusammengefasst. Hintergrund: Bisher mussten sich Azubis zu Beginn zwischen Alten-, Kranken- oder Kinderkrankenpflege entscheiden. Dies ist jetzt nicht mehr der Fall: Die nun geltende neue Ausbildung umfasst alle Sparten. Neu ist ebenfalls, dass auch an privaten Berufsfachschulen von sofort an kein Schulgeld mehr gezahlt werden muss.

Die Ausbildung dauert drei Jahre. Sie findet in der Berufsfachschule sowie in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen statt. Dort lernen die angehenden Pflegefachkräfte, was im Umgang mit Patienten jeden Alters wichtig ist.

Die Auszubildenden wechseln in den drei Jahren den Ort ihrer praktischen Tätigkeit. Die Heiliggeistspitalstiftung etwa kooperiert mit der Uniklinik Freiburg. Angehende Pfleger arbeiten somit nicht nur im Altenheim, sondern auch im Krankenhaus. Dies sei durchaus sinnvoll, erläutert Ausbilderin Glaser. Die älter werdende Gesellschaft bringe mit sich, dass in der Altenpflege immer mehr medizinische Aspekte gefragt sind; und gleichzeitig in der Medizin Fragen der Pflege an Bedeutung gewinnen. Beides werde nun allen Azubis gelehrt. Hinzu kommt der mögliche Einsatz in der Kinderklinik.

Wer sich für die Ausbildung interessiert, sollte Einfühlungsvermögen und Verantwortungsgefühl mitbringen. Daneben ist unter anderem körperliche Belastbarkeit wichtig, wenn zum Beispiel ein Patient umgebettet werden muss. "Sinnvoll ist ein Interesse an pflegerischen und medizischen Tätigkeiten", sagt Glaser und nennt die Grundvoraussetzungen für den Beruf: "Freude an Menschen und keine Berührungsängste."

Die neue Ausbildung ist EU-weit anerkannt

Nötig für die Ausbildung ist ein mittlerer Schulabschluss, auch Mittlere Reife genannt. Dieser Abschluss wird nach der zehnten Klasse erreicht. Wer einen Hauptschulabschluss hat, muss zunächst eine andere eigenständige Berufsausbildung abschließen, etwa zum Pflegehelfer. Danach kann er die Ausbildung zur Pflegefachkraft beginnen. "Die Auszubildenden bekommen durch die neue Ausbildung mehr berufliche Flexibilität und ein breiteres Fachwissen", sagt Glaser. Dies verbessere die Möglichkeiten auf dem Arbeitsmarkt. Es sei zwar ein herausfordernder, aber gleichzeitig auch ein sehr zukunftsorientierter und damit vergleichsweise sicherer Beruf.

Hinzu kommt ein weiterer Vorteil: Die neue Ausbildung ist EU-weit anerkannt.



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