Neue Deckel und eine neue Brüstung

Claudia Renk

Von Claudia Renk

Sa, 21. September 2019

St. Blasien

Nach vier Jahrzehnten hat die Schluchseewerk AG wieder größere Sanierungsarbeiten an der Albtalstaumauer ausgeführt.

ST. BLASIEN. Wer in diesem Sommer an der Albtalstaumauer vorbeikam, vor allem als Wanderer, hat schnell bemerkt, dass dort größere Bauarbeiten stattfinden. Die letzte größere Sanierung liegt bereits 40 Jahre zurück.

Anlass für die aktuellen Arbeiten sind die Zugänge zu den zehn Kontrollschächten innerhalb der Staumauer. Die Abdeckungen dieser Zugänge liegen wie Kanaldeckel in der Fahrbahn auf der Staumauer, und sie waren in den vergangenen Jahren undicht geworden, erklärte Bauleiter Hans-Jörg Durst bei einem Baustellenbesuch. Diese mussten nun erneuert und abgedichtet werden. Dabei wurden sie durch Abdeckungen aus Edelstahl ersetzt, die wiederstandsfähiger gegen Wettereinflüsse sind. "Zu der Zeit gab es noch keine anderen Deckel", erklärte Durst mit Blick auf die Arbeiten vor 40 Jahren.

Der der aktuelle Austausch bietet noch weitere Vorteile: Bisher mussten für die wöchentlichen Kontrollen der Messeinrichtungen innerhalb der Staumauer jeweils zwei Personen mit einem Radlader die schweren Schachtdeckel entfernen und nach der Kontrolle wieder an Ort und Stelle platzieren. Künftig, so Durst, könne das eine Person alleine erledigen.

Diese notwendigen Arbeiten habe die Schluchseewerk AG zum Anlass genommen, gleich noch weitere Verbesserungen vorzunehmen, sagte deren Pressesprecher Peter Steinbeck. Auch der Fahrbahnbelag und die Brüstung der Staumauer werden saniert, um die Verkehrssicherheit auch langfristig zu gewährleisten. Insgesamt investiert die Schluchseewerk AG dafür rund 420 000 Euro.

Verkehrssicherheit und Stabilität sind allerdings nicht nur für die Öffentlichkeit wichtig – schließlich führen offizielle Wanderwege über die Staumauer – sondern auch für eine weitere wichtige Aufgabe der Schluchseewerk AG selbst. Immer wieder, so erklären Steinbeck und Durst, müssen Geschwemmsel, also Äste, Laub und weiteres Material, das das Wasser mitbringt, entfernt werden, um die Hochwasserentlastungsöffnungen der Staumauer freizuhalten. Im See gibt es zwar eine Schwimmsperre, die solches Geschwemmsel zurückhalten soll. Aber gerade bei Hochwasser fällt besonders viel davon an. Zum Einsammeln wird ein Kran eingesetzt, der oben auf der Staumauer stehen muss. Das eingesammelte Material wird dann ganz im Sinne von Umweltschutz und Ressourcenschonung verwertet: Holz wir zu Hackschnitzeln verarbeitet, Laub landet im Kompost.

Dass die Arbeiten genau in die Wandersaison im Schwarzwald fallen mussten, ließ sich nicht vermeiden, bedauern Durst und Steinbeck. Die verwendeten Materialien benötigten bestimmte Temperaturen zur Verarbeitung und müssten auch noch durchtrocknen können, bevor der erste Frost kommt. In diesem Zusammenhang lobt Peter Steinbeck ganz besonders den Schwarzwaldverein St. Blasien. Man habe die Ortsgruppe frühzeitig über die geplanten Arbeiten informiert, und diese habe dafür gesorgt, dass Wanderer mit Hinweisschildern und auf der Homepage des Vereins gut über die jeweiligen Umleitungen informiert wurden. Immerhin: der Albsteig war nicht betroffen.

Wenn die aktuellen Arbeiten abgeschlossen sind, wird erstmal wieder Ruhe einkehren an der Albtalstaumauer, die von 1939 bis 1941 erbaut wurde. Wöchentlich wird sie durch Mitarbeiter der Schluchseewerk AG kontrolliert, sagt Peter Steinbeck, jährlich gibt es gemeinsam mit der zuständigen Behörde eine Sperrenschau. Etwa alle 15 Jahre erfolgt eine so genannte Vertiefte Überprüfung durch externe Experten. Die letzten größeren Arbeiten fanden in den 1980er Jahren statt. Damals wurde sogar – zur Sanierung der Wasserseite der Sperre – der Stausee abgelassen. Außerdem wurde die Sperrenkrone saniert. So große Arbeiten sind aber in absehbarer Zeit nicht erneut vorgesehen, sagt Steinbeck.