Landtagswahl

Neue Wahllokale und ein neuer Briefwahl-Boom in Markgräfler Gemeinden

Simone Höhl

Von Simone Höhl

Di, 09. Februar 2021 um 18:13 Uhr

Müllheim

Markgräfler Gemeinden nehmen wegen Corona und Zuzug Änderungen für Landtagswahl vor und rechnen mit deutlich mehr Briefwahl

Damit die Bürgerinnen und Bürger am 14. März den neuen Landtag wählen können, gibt es einige Änderungen in Städten und Gemeinden des Markgräflerlands. Die Verwaltungen müssen teils größere Wahllokale und andere Wahlbezirke einrichten – nicht nur wegen Corona. Zudem bereiten sie sich auf eine deutlich höhere Zahl von Briefwählern vor.

Derzeit gehen die Wahlbenachrichtigungen an die Wählerinnen und Wähler raus. Während manche sie bereits im Briefkasten hatten, warten andere drauf, haben aber noch Zeit. "Die Wahlbenachrichtigung muss bis 21. Februar zugestellt werden", erklärte Dominik Fröhlin am Dienstag, der Hauptamtsleiter ist in Müllheim für die Wahlen zuständig, die Vorbereitungen laufen.

Dabei mussten Fröhlin und seine Kollegen fünf Wahllokale tauschen – die bisherigen sind zu klein: Um die Abstands- und Hygieneregeln sicher einhalten zu können, gehen die Wähler in Müllheim statt ins Amtshaus (Tourist-Info) ins Bürgerhaus und statt in die jeweiligen Ortsverwaltungen in Feldberg in die Gemeindehalle, in Niederweiler in die Römerberghalle, in Hügelheim in den Gemeindesaal und in Britzingen in die Neuenfelshalle.

Neue Wahllokale hat auch Bad Bellingen: Coronabedingt muss vom Rathaus ins Kurhaus verlegt werden, erklärte Hauptamtsleiter Hubert Maier: "Da haben wir Platz." Die Bürger können alles im Einbahnstraßen-Modus erledigen. Und weil im Ortsteil Bamlach die Halle umgebaut wird, werden die Wahlurnen im Pfarrheim aufgestellt. Die neuen Lokale sind auf der Wahlbenachrichtigung vermerkt. "Wir hoffen, dass es alle merken", meinte der Amtsleiter, der nochmals darauf hinweisen wird. Bellingens größter Wahlbezirk war zuletzt fast schon der Briefwahlbezirk. Deshalb richtet der Kurort nun einen zweiten ein.

"Briefwahlen sind auf dem Vormarsch"

"Briefwahlen sind einfach auf dem Vormarsch", sagte Sibylle Maas, Heitersheims Hauptamtsleiterin. Corona dürfte diesen Trend verstärken: Rund 600 Anträge lagen am Dienstag im Rathaus – "jetzt schon". Die Amtschefin rechnet mit 1500 Briefwählern, doppelt so vielen wie bei der letzten Landtagswahl 2016. Deshalb wird die Maltesterstadt wieder zwei Briefwahlbezirke haben, wie erstmals bei der Kommunalwahl 2020. Ihre Wahllokale behält sie bei, stellt aber überall nur zwei statt drei Wahlkabinen auf. Sibylle Maas hat sich am Dienstag nochmal alle angesehen, um Details für das Hygienekonzept zu klären.

Auch Neuenburg rechnet mit mehr Briefwählern und hat nun einen zweiten Briefwahlvorstand. "Das ist notwendig, um das zu bewältigen", sagte Martin Bächler, Sprecher des Rathauses. Das musste Wahlbezirke neu aufteilen, aber nicht wegen des Virus, sondern wegen Wachstums: Zuzüge in Neubaugebiete hatten zu Ungleichgewicht geführt.

Müllheim hat die Anzahl der Briefwahlbezirke von vier auf sechs erhöht. "Wir haben heute die Stimmzettel bekommen", sagte Dominik Fröhlin. Damit kann Müllheim mit dem Versand der Briefwahlunterlagen beginnen.
Briefwahl beantragen

Wer seine Wahlbenachrichtigung hat, kann damit und mit seinem Ausweis am 14. März ins Wahllokal gehen und seine Stimme abgeben. Der Personalausweis reicht, wenn man im Wählerverzeichnis steht (was der Fall ist, wenn man in seiner Gemeinde gemeldet ist). Das Verzeichnis erhält einen Sperrvermerk, sobald Briefwahl beantragt ist, um doppelte Stimmabgabe zu verhindern. Die Briefwahl kann mündlich, schriftlich und elektronisch bei der Gemeinde beantragt werden. Die Stadt Müllheim zum Beispiel empfiehlt den Online-Antrag, der bis 10. März möglich ist. Auch Ballrechten-Dottingen, Eschbach, Buggingen und andere Markgräfler Kommunen bieten auf ihren Internetseiten den Antrag per Klick sowie Infos zur Wahl und teils Ansprechpartner. Die Müllheimer können sich bei allgemeinen Fragen zur Wahl an Tel. 07631/ 801 102 oder hauptamt@muellheim.de wenden; bei Fragen zu Briefwahl oder Wählerverzeichnis an Tel. 07631/801 707 und einwohnermeldeamt@muellheim.de.