Krankenhaus-Übergabe

Neuer Träger investiert 20 Millionen Euro in St. Josefs und Loretto

Joachim Röderer

Von Joachim Röderer

Mi, 07. Oktober 2020 um 12:23 Uhr

Freiburg

Artemed hat die beiden traditionsreichen katholischen Krankenhäuser in Freiburg übernommen. Die Notaufnahme im St. Josefs soll vergrößert – und das Loretto als Fachklinik weiter ausgebaut werden.

Der neue Träger Artemed wird dem Vernehmen nach 20 Millionen Euro in das St. Josefs- und das Lorettokrankenhaus investieren und damit für die Zukunft fit machen. "Der Wandel wird nie aufhören, jedes Krankenhaus muss aktuell bleiben", sagte Artemed-Gesellschafter Rainer Salfeld am Mittwoch in Freiburg. Die neuen Eigner haben sich zum Erhalt der bisher von vier Ordensgemeinschaften verantworteten Häuser und der rund 2000 Arbeitsplätze verpflichtet – und wollen auch den christlichen Geist der Häuser weiter pflegen.

Der vorhandene Investitionsstau setzte den Regionalverbund kirchlicher Krankenhäuser (RKK), der für die Orden bislang die Regie führte, zuletzt massiv unter Druck. Nachdem im Frühjahr die schon vereinbarte Übergabe an die kirchliche Gruppe der Barmherzigen Brüder von Trier (BBT) überraschend geplatzt war, kam nun eine Einigung mit dem privaten Klinikbetreiber Artemed mit Sitz im oberbayerischen Tutzing zustande – "fast schon in Lichtgeschwindigkeit", wie es Heinzpeter Schmieg, der bisherige RKK-Aufsichtsratschef, in der Pressekonferenz formulierte.

Die Eile sei auch geboten gewesen, meinte Artmed-Chef Salfeld. Man wollte so der wachsenden Unsicherheit bei Patienten, Krankenhauseinweisern, aber vor allem auch bei den Mitarbeitenden begegnen, die sich zunehmend Sorgen um die Zukunft ihrer Arbeitsplätze machten. Salfeld sprach von gut geführten Häusern, die wichtige Säulen bei der Versorgung der Bevölkerung in Stadt und Region seien, was auch die Corona-Pandemie belegt hätte. Zum Portfolio von Artemed gehören nach der Freiburger Übernahme nun 16 Krankenhäuser in Deutschland – gut die Hälfte davon stand davor unter kirchlicher Leitung. Die Ordensschwestern, die bislang im 1921 gegründete Loretto und im seit 1886 bestehenden St. Josefs tätig waren, werden ihre Arbeit wie weiterführen.

Die Notaufnahme im St.Josefskrankenhaus soll modernisiert werden

Am St. Josefs soll zunächst die zentrale Notaufnahme modernisiert und erweitert werden. Für das Loretto soll durch Investitionen das Profil als spezialisierte Fachklinik weiter geschärft werden. Für beide Häuser müssen Computertomografen und weitere neue Medizintechnik angeschafft werden. Nach BZ-Informationen geht es um die Summe von 20 Millionen Euro. Artemed-Gesellschafter Salfeld wollte am Mittwoch keine Zahlen nennen, sprach aber von einem "großen Betrag", der notwendig werde. Notwendig sei – wie bei allen Krankenhäusern – am Ende eine Balance von Einnahmen und Ausgaben. Jeder Euro, der in den Artemed-Krankenhäusern verdient werde, werde auch wieder investiert, sagte er.

Rund 25.000 Patientinnen und Patienten sind im vergangenen Jahr stationär im St. Josefs und im Loretto behandelt worden. Nachdem der Rettungsschirm für Krankenhäuser Ende September ausgelaufen sei, müsse der Betrieb nun wieder unter normalen Bedingungen laufen, so Benjamin Behar, Konzerngeschäftsführer von Artemed. Die Belegung in den beiden bisherigen RKK-Häusern sei in den vergangenen Wochen über der des Vorjahres gelegen.

Keine Sars-CoV-2-Infektionen in den Krankenhäusern seit April

Der Ärztliche Direktor Thorsten Vowinkel berichtete, dass sich die Häuser auf die Corona-Pandemie eingestellt hätten. Auch wenn nun die Zahl der Infektionen und am Virus Erkrankten wieder steigen würde, müsste man nicht den normalen Krankenhausbetrieb wieder herunterfahren, weil Covid-Patienten gut parallel zu anderen Patienten behandelt werden könnten. Seit April habe sich niemand mehr in den beiden Krankenhäusern mit dem Coronavirus infiziert, so Vowinkel.