Fleißige Bienchen

Claudia Füßler

Von Claudia Füßler

Sa, 12. Mai 2012

Neues für Kinder

Honigbienen fliegen von Blüte zu Blüte und sammeln Nektar / Sie stechen nur in der Not.

Er sieht ganz schön gefährlich aus: der Stachel, den die Honigbiene an ihrem Hinterleib trägt. Aber keine Sorge, den setzt sie nur im Notfall ein. Denn wenn sie zusticht, bleibt der Stachel stecken. Ohne Stachel aber kann die Biene nicht leben, sie stirbt. Deshalb setzt sie ihre Waffe nur dann ein, wenn es gar keinen anderen Ausweg gibt. "Wenn man sich zum Beispiel aus Neugier direkt vors Flugloch eines Bienenstocks stellt und den Tieren ihren Weg versperrt, dann empfinden sie das als Bedrohung und könnten zustechen", erklärt Romana Schneider. Sie ist Imkerin und hat mehrere Bienenstöcke auf der Viehweide Schelingen. Bienenstock heißt das Zuhause von Bienen.

Die Honigbiene braucht ein großes Angebot an Nahrung. Wenn auf einer Wiese nur ein paar Salbeipflanzen blühen, sind die im Nu abgeflogen. Rapsfelder sind da schon viel besser, hier kann sich ein ganzes Bienenvolk eine Weile tummeln. Und: "Kirschblüten mögen Bienen mehr als die Blüten von Apfelbäumen, die haben nämlich mehr Nektar", sagt Romana Schneider.

Wenn eine Biene den Nektar von einer Blüte einsammelt und dann zur nächsten fliegt, erledigt sie ganz nebenbei eine wichtige Aufgabe: Sie bestäubt die Blüten. Nur aus bestäubten Blüten können sich später Früchte entwickeln. Würden also die Bienen nicht umherfliegen, hätten wir einiges an Obst und Gemüse weniger auf unserem Speiseplan. "Natürlich gibt es noch andere Insekten wie die Wildbienen, die Pflanzen bestäuben", erzählt Romana Schneider, "aber die Wildbienen leben allein, nur die Honigbiene tritt in so großer Menge auf", weiß die Imkerin. Die Honigbiene liebt es nämlich gesellig. Sie lebt in Völkern mit rund 20 000 Bienen. Hat eine Biene eine besonders gute Wiese mit vielen Blüten gefunden, erzählt sie ihren Kolleginnen davon, indem sie ihnen vortanzt. Beim "Rundtanz" dreht sie sich einfach im Kreis. Das bedeutet, dass die Wiese gar nicht weit weg ist, höchstens 100 Meter. Tanzt die Biene aber den größeren Schwänzeltanz, dann wissen die anderen, dass sie ein Stück weiter fliegen müssen, um zur nächsten Blütenwiese zu kommen. So ein Bienenvolk wird auch Bienenstaat genannt, es gibt nämlich eine Königin. Die ist größer als alle anderen Bienen. Sie legt jeden Tag mehr als 1500 Eier. Für die Paarung braucht sie Männchen. Das sind die sogenannten Drohnen. Die sind im Bienenstock zu nichts zu gebrauchen. Sie haben nicht einmal einen Stachel. Ihre einzige Aufgabe ist, sich beim Hochzeitsflug mit der Bienenkönigin zu paaren und so für Nachwuchs zu sorgen. Danach sterben sie.

Die wirklich fleißigen Bienchen sind die Arbeiterinnen. Sie bauen Wabe für Wabe im Bienenstock aneinander, bewachen die Eier, sammeln Nektar und stellen Honig her, damit sie im Winter etwas zu essen haben. Weil der Imker ihnen den Honig aber wegnimmt und wir ihn essen, muss er die Bienen in den Wintermonaten füttern. Sonst würden sie verhungern.

Die Imkerin Romana Schneider, Naturzentrum Kaiserstuhl, zeigt heute, Samstag, von 14 bis 17 Uhr Familien Wildkräuter und Honigbienen, Treffpunkt: Oberbergen, Parkplatz beim Gasthaus Mondhalde. 4 Euro pro Person, mit Honigprobe.