Neues Heim am Fuße des Schlossbergs

Sina Schuler

Von Sina Schuler

Sa, 09. November 2019

Freiburg

Das Evangelische Stift schafft mit einem Erweiterungsbau an der Hermannstraße 71 Pflegeplätze / "Kein Fachkräfteproblem".

FREIBURG-INNENSTADT. Das Evangelische Stift will zwei seiner Gebäude abreißen und dort ein neues Pflegeheim errichten. Es soll die Erweiterung vom "Haus Schloßberg" an der Hermannstraße sein. Dort fallen Plätze weg, im geplanten Neubau sollen 71 neue sowie fünf Wohnungen im Betreuten Wohnen entstehen. Das Stift rechnet mit Baukosten in Höhe von 11,4 Millionen Euro.

Als Notwendigkeit sieht Vorstand Hartmut von Schöning den Neubau nahe dem Schlossbergring. Durch die Einzelzimmerpflicht, die die Landesheimbauverordnung vorsieht, reduzieren sich die Pflegeplätze im jetzigen "Haus Schloßberg", in dem es bisher vor allem Doppelzimmer gibt, von 92 auf 56. "Das ist auch eine Frage der Wirtschaftlichkeit", so von Schöning, der Ende des Jahres in den Ruhestand geht (die BZ berichtete).

Noch vor etwas mehr als zehn Jahren stand das Evangelische Stift kurz vor der Insolvenz. In dieser Zeit übernahm von Schöning den Posten des Stiftungsvorstands und Geschäftsführers. Eine seiner ersten Amtshandlungen war es, einen Masterplan zu erstellen. Schon darin ist der Abriss der Häuser 12 und 12 a sowie der Plan für den Neubau enthalten. Seit etwa zehn Jahren expandiert der Träger, nicht nur in Freiburg und im Umland, sondern auch weit darüber hinaus.

Die Bewohner der Gebäudeteile, die abgerissen werden sollen, waren im Zuge der Planungen bereits 2016 ausgezogen. Nun ist die Baugenehmigung da, und die Abrissarbeiten sollen im Februar beginnen. Zu einer Informationsveranstaltung am späten Freitagnachmittag waren nicht nur Bewohner, sondern auch etliche Nachbarn gekommen. Die interessierten sich vor allem für die Beeinträchtigungen durch die Bauarbeiten. "Es ist eine wunderschöne Lage, aber kritisch zum Bauen", sagte Rainer Hornung von der Karlsruher Baufirma Weisenburger, die auch eine Niederlassung in Freiburg hat. "Es wird viel Verkehr sein", so der Projektleiter. Ab Februar müsse die Hermannstraße halbseitig gesperrt werden, dort werde auch eine Be- und Entladezone eingerichtet. "Staubfrei" würden die Abrissarbeiten nicht.

Der Abriss soll drei Monate dauern, die neuen Bewohner sollen dann im ersten Halbjahr 2022 einziehen. Das vierstöckige Gebäude wird in sechs Wohngruppen zu je zehn bis 15 Bewohner aufgeteilt. Ein Standardzimmer ist etwa 15 Quadratmeter groß, es soll aber auch größere mit 21 Quadratmetern geben, jeweils plus Badezimmer. Wie hoch die Kosten für die künftigen Bewohner sein werden, könne man noch nicht genau sagen. In der Mitte soll ein lichtdurchflutetes Atrium errichtet werden. Auch der Altbau, der saniert werden soll, gewinne an Attraktivität, so von Schöning.

Im bestehenden "Haus Schloßberg", zu dem ein Durchgang geplant ist, befindet sich mit den Dreikäsehochs bereits eine Kindertagespflege; im neuen Haus wird laut Isabel Schweier eine evangelische Kita einziehen. Der Heimleiterin zufolge ist das Wohngruppenkonzept auf die Beteiligung der Bewohner angelegt. Ein Fachkräfteproblem, wie es andere Einrichtungen beschreiben (die BZ berichtete), habe das Evangelische Stift indes nicht.