Energiekosten

Neun Tipps zum Strom sparen, die sofort umsetzbar sind

dpa

Von dpa

Mo, 04. Juli 2022 um 08:26 Uhr

Deutschland

Für viele Maßnahmen zum Energiesparen muss man erst mal Geld investieren – doch es geht auch ohne. Mit diesen neun leicht umsetzbaren Tipps lässt sich aber auch was bewirken.

Die Strompreise steigen, die Versorgung mit Gas aus Russland ist ungewiss – daher sollten alle gemeinsam so viel wie möglich Energie sparen. Das ist ein Appell von Bundeswirtschafts- und Klimaschutzminister Robert Habeck und einem breiten Bündnis von Verbänden. Hier einige Tipps des Kampagnenportals energiewechsel.de und von der gemeinnützigen Beratungsgesellschaft Co2online.

Elektrogeräte ganz ausschalten

Steht der Fernseher immer im Stand-by? Steckt das Ladekabel in der Steckdose, auch wenn das Smartphone nicht dranhängt? Das machen viele – und zahlen dafür Geld. Der Tipp: Das kleine Lämpchen an Elektrogeräten, das den Stand-by- oder Ruhemodus anzeigt, sollte aus sein, wenn man das Gerät nicht braucht. Praktisch sind Steckdosenleisten mit einem Schalter, mit den man mehrere Geräte vom Netz nehmen kann. Laut energiewechsel.de lassen sich so mindestens 60 Euro pro Jahr sparen. Wer den W-Lan-Router nachts deaktiviert, spart weitere zwölf Euro pro Jahr. Und wer den Computer ausmacht, statt nur den Bildschirmschoner zu aktivieren, spart bei einer zweistündigen Arbeits- oder Spielpause nochmal 17 Euro pro Jahr.

Kühlschrank herunterregeln

Auf welche Temperatur ist ihr Kühlschrank eingestellt? Sieben Grad sind laut Verbraucherzentrale NRW die optimale Temperatur. Und wenn Ihr Gerät nur ein Grad kälter eingestellt ist, steigert das den Stromverbrauch schon um rund sechs Prozent.

Weiterer Tipp: Die Türen von Kühl- und Gefriergeräten möglichst schnell wieder schließen. Und wer noch ein Gefrier- und Kühlgerät ohne "No-Frost"-Funktion hat, sollte es regelmäßig abtauen. Auch eine Eisschicht treibt die Energiekosten nach oben. Übrigens: Für die Temperatur im Gefrierschrank sind minus 18 Grad Celsius ideal.

Deckel auf den Kochtopf

Liegt ein passender Deckel auf dem Kochtopf, kann aus ihm keine Wärme ungenutzt verfliegen. Noch mehr sparen lässt sich, wenn man Kochgeschirr nutzt, das zur Größe der Herdplatte passt. Co2online empfiehlt sogar, dass der Durchmesser des Kochgeschirrs etwas größer sein kann als der Durchmesser der Herdplatte. Auch auf diese Weise könne man mindestens 27 Euro pro Jahr sparen.

Kochen mit einem Minimum an Wasser

Apropos Kochen: Wer nur so viel Wasser im Topf oder Wasserkocher füllt, wie tatsächlich minimal nötig ist, kann ebenfalls eine schöne Summe Stromkosten einsparen. Denn man muss nicht nur weniger Wasser heiß machen, sondern das Erwärmen geht auch schneller.

So rät die Kampagne, Eier und Gemüse im Topf mit nur einer zwei Zentimeter hohen Wasserschicht zu garen - sie also nicht mal vollständig zu bedecken. Ersparnis: 10 Euro pro Jahr.

Waschmaschine ganz füllen

Wer seine Schmutzwäsche sammelt und die Maschine nur laufen lässt, wenn die Trommel voll wird, kann bei zweimaligem Waschen pro Woche 25 Euro pro Jahr sparen. Ausgenommen sind hier die neuesten Premiumgeräte: Sie haben eine automatische Beladungserkennung. Aber da geht laut Co2online noch mehr: Durch die Nutzung der Öko- oder Eco-Programme der Waschmaschine statt der Schnell- und normalen Waschprogramme lassen sich bis zu 33 Euro pro Jahr sparen. Einen kleinen Nachteil gibt es allerdings: Die Programme benötigen mehr Zeit, die Maschine läuft also länger.

Geschirrspülmaschine möglichst voll machen

Wer das Spiel Tetris beherrscht, ist beim Stromsparen im Vorteil. Denn es lohnt sich, das Geschirr geschickt zu stapeln und so die Spülmaschine möglichst voll zu bekommen.

Laut den Verbraucherzentralen passen in eine Standard-Spülmaschine etwa 80 Teile - inklusive kleiner Gegenstände wie Besteck.

Außerdem sollte man sich nicht von der Laufzeit täuschen lassen: Kurzprogramme verbrauchen mehr Wasser und Strom als Normal- und Eco-Programme, weil hier das Waschwasser innerhalb weniger Zeit auf höhere Temperaturen gebracht werden muss. Außerdem können bei länger laufenden Programmen die Reinigungsmittel auch länger einwirken. Besser ist es daher, ein Eco-Programm oder eines mit niedrigen 45 bis 55 Grad zu nutzen. Vorspülen ist meist nicht nötig.

Warmwasser-Grundeinstellung verändern

Was erst mal nach einem Komfortverlust beim Waschen, Duschen und Baden klingt, ist es nicht. Denn nur weil man die Grundtemperatur herunterregelt, wäscht man sich nicht gleich kalt. Angenehm warmes Bade- und Duschwasser hat in der Regel nur rund 40 Grad.

Co2online rät daher in Bad und Küche zu einer Einstellung auf 60 Grad. Das reiche für warmes Wasser vollkommen aus, kann aber gut zehn Prozent Stromkosten-Ersparnis für solche Geräte bedeuten. Weniger als 60 Grad sollten es aber nicht sein. Erst diese Temperatur lässt gesundheitsgefährdende Bakterien, die Legionellen, absterben.

Wer einen Untertischspeicher oder elektronischen Durchlauferhitzer hat, kann die Wassertemperatur bedarfsgerecht einstellen. Regeln Verbraucher die Grundtemperatur des Warmwassers herunter, können sie der gemeinnützigen Beratungsgesellschaft co2online zufolge rund 37 Euro im Jahr sparen.

Kürzer Wasser laufen lassen

Apropos duschen: Es lohnt sich, die Zeit, in denen die Wasserhähne auf sind, reduzieren. Etwa das Wasser beim Einseifen abstellen und sowieso sich einfach mal schneller waschen. Auch während des Zähneputzens den Wasserhahn zumachen und nur zum Ausspülen anstellen.

Und noch so ein Sommertipp: Öfter mal duschen statt baden. Das allein lässt Mieter rund 70 Euro im Jahr, Hausbesitzer 110 Euro weniger ausgeben.

Wäsche draußen trocknen

Wer die Möglichkeit hat, seine Wäsche auf einem Ständer oder einer Leine draußen zu trocken und so auf einen Wäschetrockner verzichtet, kann bis zu 175 Euro pro Jahr sparen.

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