Neureuther greift ein, nicht auf der Piste

dpa

Von dpa

Mi, 17. Februar 2021

Ski Alpin

Der ehemalige Skirennläufer beschwert sich bei WM-Rennen.

Felix Neureuther konnte es nicht fassen – und griff zum Handy. Weil sich der frühere Skirennfahrer dermaßen über die Kurssetzung beim WM-Parallelslalom-Event aufregte, sorgte er in der Live-Übertragung der ARD mit einer kuriosen Aktion für Aufsehen. Neureuther versuchte, während des Wettkampfs in Cortina d’Ampezzo den Rennchef Markus Waldner anzurufen. Als dieser am Dienstag nicht ran ging, schrieb Neureuther ihm eine Nachricht, um sich zu beschweren.

Hintergrund waren der Kurs in den Dolomiten und das Reglement: Im Parallel-Format fahren die Athleten zweimal gegeneinander, jeder einmal auf jedem Kurs. Grundsätzlich werden die Zeiten dann addiert und der Schnellere kommt weiter. Wenn man aber im ersten Lauf stürzt oder sich einen zu großen Rückstand anhäuft, läuft die Zeit nicht ewig weiter, sondern wird bei 0,50 Sekunden gestoppt. Eine halbe Sekunde ist also der maximale Rückstand vor dem zweiten Lauf. Weil ein Kurs nun aber klar langsamer war, man also teilweise mehr als eine halbe Sekunde verlor, waren die Athleten im Nachteil, die im entscheidenden Lauf auf jenem Streckenteil fahren mussten.

Darüber beschwerte sich Neureuther also bei Waldner und forderte, den langsamen Kurs leicht zu verändern und damit ähnlich schnell zu machen. Wie er danach erzählte, antwortete ihm der Rennchef des Ski-Weltverbands dann tatsächlich während des Rennens mit einer Nachricht, in der er angab, dass eine Kursveränderung nicht möglich sei und er den Wettkampf schon als fair erachte.

Alexander Schmid (Fischen im Allgäu) hat bei dem umstrittenen Wettbewerb indes Platz vier belegt – hinter dem Schweizer Loic Meillard. Gold ging an den Franzosen Mathieu Faivre vor Filip Zubcic aus Kroatien. Bei den Frauen gewannen Marta Bassino (Italien) und die zeitgleiche Katharina Liensberger (Österreich) Gold. Tessa Worley (Frankreich) holte Bronze. Im inoffiziellen Medaillenspiegel liegt nach acht von 13 Wettbewerben Österreich (3/1/0) vor der Schweiz (2/1/5) und Frankreich (1/1/2). Deutschland ist mit drei Silbermedaillen Sechster.

WM heute: Team-Mixed-Wettbewerb (12.15 Uhr/ZDF und Eurosport).