Nicht nur irgendein Bürgermeister

Simone Maria Brunner

Von Simone Maria Brunner

Fr, 25. Januar 2019

Ausland

BZ-Plus Die Danziger trauern um den getöteten Pawel Adamowicz / Die offene Art des Politikers gefiel sogar manchem Gegner – nicht aber den regierenden Rechtskonservativen.

Eine Stadt für alle, das war sein Motto. Seine Wähler schätzten Pawel Adamowicz dafür. Doch jetzt ist Pawel Adamowicz tot. Wieder schießen Marta Siciarek die Tränen in die Augen. Immerhin seien sie über all die Jahre auch Freunde geworden. Sie, die linke, weitgereiste Feministin, und er, der gläubige Christ, Familienvater und Bürgermeister, der eigentlich aus der eher konservativen, liberalen Bürgerplattform kommt, heute die größte Oppositionspartei im Parlament. In diesem Jahr wollten sie gemeinsam große Danziger Unternehmen überzeugen, sich Anti-Diskriminierungs-Regeln aufzuerlegen.
"Schick mir die Liste mit den Namen, die sich dagegen sträuben", habe er ihr noch neulich geschrieben. Die werde er schon noch motivieren. Ja, so war Pawel Adamowicz, sagt Siciarek. "Er hat seine Macht mit uns geteilt. Und jetzt fühlt es sich so an, als wäre einfach alles entzweigebrochen." Danzig trauert. Am Sonntag, den 13. Januar, ist der Oberbürgermeister Pawel Adamowicz bei einer Benefizveranstaltung von einem jungen Mann mit einem Messer niedergestochen worden. Adamowicz stand auf einer Bühne, bedankte sich bei den Bewohnern seiner Stadt für deren Spendenbereitschaft, die Wohltätigkeitsstiftung "Großes Orchester der Weihnachtshilfe" sammelte dieses Mal für Kinderstationsausstattung in Krankenhäusern und eine bessere medizinische Behandlung von Säuglingen.
Die Stadt ist seit dem
Attentat wie verwandelt
Nachdem der 27-jährige Täter auf Adamowicz eingestochen hatte, riss er das Mikrofon an sich und sagte: "Ich heiße Stefan W. und saß unschuldig im Gefängnis. Die Bürgerplattform hat mich gefoltert. Deshalb muss Adamowicz sterben!"
Während Adamowicz stundenlang in Lebensgefahr schwebte, ...

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