Interview

Die "Haslacher Hofmusik" findet diesmal als Corona-Miniversion statt

Anja Bochtler

Von Anja Bochtler

So, 28. Juni 2020 um 13:24 Uhr

Haslach

Drei Fragen an Cordula Sauter zur "Haslacher Hofmusik", die diesmal in einer Corona-Mini-Version stattfindet: Ein Hof statt vieler Höfe, Anmeldung statt Flexibilität.

Viele Menschen, die einen Sommerabend lang von Hof zu Hof schlendern und sich an den unterschiedlichsten Orten immer wieder neu von ebenso unterschiedlicher Musik überraschen lassen: Das war bisher typisch für die "Haslacher Hofmusik", die längst nicht nur Haslacherinnen und Haslacher angezogen hat.

Dieses Jahr wird wegen Corona alles anders. Ein Hof statt vieler Höfe, Anmeldung statt Flexibilität: Cordula Sauter vom Organisationsteam der Gruppe "Haslacher Wundertüte" hat Anja Bochtler vom Konzept erzählt.
Corona-Edition der Haslacher Hofmusik
Die "Haslacher Hofmusik" findet in diesem Jahr am Samstag, 4. Juli, von 15.15 bis 20.30 Uhr an der Kirche St. Michael, Carl-Kistner-Straße 53, statt. Einlass ist immer ab 15 Minuten vor Beginn der Konzerte (15.15, 16.45, 18.15 und 19.45 Uhr) – aber nur mit Karte. Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen. Die kostenlosen Eintrittskarten kann man ab dem heutigen Mittwoch, 24. Juni, 15 Uhr, abholen bei Lotto-Totto Lickert, Carl-Kistner-Straße 18 a. Oder man kann Karten ab dieser Zeit reservieren per Mail an hofmusik2020@gmail.com und dann abholen in der Stadtteilbibliothek, Staudingerstraße 10, und zwar von Dienstag, 30. Juni, bis Freitag, 3. Juli, je 9.30 bis 12 Uhr oder 13 bis 18 Uhr.

BZ: Wie lange haben Sie bei der Haslacher Wundertüte diskutiert, bis klar war, dass die Haslacher Hofmusik trotz Corona stattfinden soll?

Sauter: Nach dem Shutdown schien klar, dass sie ganz ausfallen würde, wegen der Situation und der anfänglichen Corona-Regeln. Dann aber kamen immer mehr Lockerungen und vor ungefähr einem Monat schließlich die ersten Vorschläge für eine Special Edition der Haslacher Hofmusik, angepasst an die in diesem Jahr sehr besonderen Bedingungen. Danach haben wir sehr viel überlegt und uns über E-Mail und das Videokonferenz-Portal Zoom und später auch bei Treffen mit Abstand darüber ausgetauscht, wie das alles funktionieren könnte. Das war eine Menge Arbeit mit vielen, vielen Stunden.

BZ: Normalerweise gehen bei der Haslacher Hofmusik jede Menge Menschen den ganzen Abend lang spontan von Hof zu Hof, oft wird es eng. Diesmal gibt’s nur einen einzigen Hof, die Zahl der Gäste ist begrenzt und alle müssen sich vorher anmelden. Geht da nicht das ganze Flair verloren?

Sauter: Nein. Es wird anders, verliert aber nicht an Flair. Die Haslacher Hofmusik wird nicht schlechter, sondern besonders, eben eine Special Edition. Diesmal wird es so sein, dass alles bei der katholischen Kirche St. Michael stattfinden wird. Die anderen Höfe, die bisher mit dabei waren, wären zu eng. Es gibt vier Konzerte, die jeweils eine Dreiviertelstunde dauern, jeder Gast kann nur an einem Konzert teilnehmen und muss sich vorher anmelden. Pro Person werden höchstens zwei Karten ausgegeben. Für jedes Konzert gibt es 42 Plätze, wir stellen die Stühle natürlich mit genügend Abstand auf.

BZ: Früher konnten alle die für die Haslacher Hofmusik typische bunte Mischung an Musikern erleben, jetzt müssen sich alle auf ein Konzert beschränken. Was steht zur Auswahl?

Sauter: Wir starten um 15.15 Uhr mit den Market Barkers, einem Bluegrass-Quartett. Um 16.45 Uhr geht’s weiter mit Amicelli, vier Cellisten, die Klassik und Filmmusik spielen werden. Danach folgt ab 18.15 Uhr Qult mit Rap’n Roll. Zum Abschluss tritt ab 19.45 Uhr Cecile Verny mit Johannes Maikranz an mit dem Programm "Mein Liedgut". Es ist also wieder eine große Bandbreite mit dabei, nur sind es eben weniger Musikerinnen und Musiker als sonst. Wir mussten acht Künstlern und Künstlergruppen, die wir vor dem Shutdown verpflichtet hatten, leider absagen. Nach jedem Konzert ist eine Dreiviertelstunde Pause, damit alle in Ruhe ankommen und aufbrechen können.

Zur Person: Cordula Sauter (56) ist freischaffende Akkordeonistin, Schauspielerin und Sprecherin. 2001 ist sie mit ihrem Mann und den zwei – inzwischen erwachsenen– Töchtern in die Haslacher Gartenstadt gezogen. Seit 2016 ist sie im Organisationsteam der "Haslacher Wundertüte", die für kulturelle Veranstaltungen in Haslach sorgt.