Nie mehr dieselbe

dpa

Von dpa

Di, 15. September 2020

Literatur & Vorträge

Chef der Buchmesse rechnet mit Stärkung digitaler Formate.

Die Frankfurter Buchmesse wird nach der eingedampften Ausgabe nie mehr dieselbe sein. "Die Messe wird sich dauerhaft verändern", sagte Buchmessen-Direktor Juergen Boos. Volle Messehallen, Gedränge in den Gängen, Besucherrekorde: "Das werden wir so schnell nicht wieder erleben". Die Messe wird einen Millionenverlust einfahren. "Das ganze Jahr ist für uns sehr schwierig", sagte Boos der dpa. Die Buchmesse hätte wegen der Pandemie nur "in sehr reduziertem Maße" stattfinden können. Schon das hätte einen großen wirtschaftlichen Verlust bedeutet. In der vergangenen Woche wurde nun noch die Hallenausstellung abgesagt: nicht wegen mangelnder Sicherheit, sondern wegen der behördlich erlassenen europäischen Reisebeschränkungen.

Wie groß das Defizit sein werde, könne er nicht beziffern, sagte Boos. Die Politik unterstütze die Messe, die Mittel seien aber zweckgebunden. "Wir haben Unterstützung bekommen für Investitionen in die virtuelle Messe und das Sicherheitskonzept", sagte Boos. "Wir haben ja die Messe nicht abgesagt." Es gibt digitale Angebote, Veranstaltungen in der Festhalle und an Dutzenden Orten in der Stadt. Nur die Stände in den Messehallen, Herzstück der Messe, wird es nicht geben. "Die Absage fiel uns superschwer", sagte Boos. "Wir haben ein halbes Jahr darauf hingearbeitet." Die Entwicklung der Pandemie lasse derzeit aber kaum Reisen zu. "Uns bliebe keine andere Wahl."

750 Aussteller aus 40 Ländern wären nach Frankfurt gekommen. 2019 waren es 7450 Aussteller aus 104 Ländern. Die Messe werde, so Boos, sich dauerhaft verändern: "Wir werden den virtuellen und den physischen Teil eng miteinander verzahnen. Der virtuelle Teil wird stark bleiben. Wir werden dezentraler. Wir werden mehr zum Festival."