Niedrige Wahlbeteiligung, viele neue Ehrenamtliche

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Do, 09. April 2020

Kreis Emmendingen

Die Katholiken im Dekanat Endingen-Waldkirch haben unter erschwerten Bedingungen gewählt / Zahlen und Fakten aus der Statistik.

KREIS EMMENDINGEN (BZ). Unter schwierigen Bedingungen ist im Erzbistum Freiburg die Wahl der Pfarrgemeinderäte abgeschlossen worden. Nachdem die Präsenzwahl abgesagt und der Wahltermin verschoben worden war, fand die Wahl am Sonntag ihren Abschluss (siehe BZ vom Dienstag). Im Katholischen Dekanat Endingen-Waldkirch wurden dabei 138 Pfarrgemeinderäte gewählt. Insgesamt waren 154 Sitze zu vergeben, kandidiert hatten 145 Personen.

Die Wahlbeteiligung nahm im Vergleich mit den Wahlen 2015 (20,9 Prozent) deutlich ab: 9,74 Prozent der wahlberechtigten Katholiken, das entspricht 5931 Personen, gaben ihre Stimme in den Kirchengemeinden im Landkreis Emmendingen, in Glottertal und Heuweiler ab. Wahlberechtigt waren 60 920 Personen. Auch bistumsweit lag die Wahlbeteiligung nur bei rund zehn Prozent.

Mit dem erstmaligen Angebot einer Online-Wahl hatte man im Erzbistum Freiburg eine glückliche Entscheidung getroffen. Trotz Corona-Krise stand den Wahlberechtigten neben der Briefwahl somit eine zweite Möglichkeit zur Stimmabgabe offen. 105 563 Personen (6,76 Prozent aller Wahlberechtigten) machten im Erzbistum von dieser Möglichkeit Gebrauch, im Dekanat Endingen-Waldkirch lag die Online-Wahlbeteiligung höher.

Dekan Stefan Meisert dankte allen, die sich zur Wahl gestellt hatten und gratulierte allen neugewählten Rätinnen und Räten: "Ich bin froh, dass es möglich war, in allen neun Kirchengemeinden ein Gremium zu wählen, da wir in der nahen Zukunft miteinander Wege im Prozess Pastoral 2030 zu entwickeln und zu gestalten haben. Hier spielen die Pfarrgemeinderäte eine wichtige Rolle", wird Meisert in der Pressemitteilung zitiert.

Dass die Wahlbeteiligung erheblich niedriger als bei den letzten Wahlen war, überraschte Meisert nicht: "Neben der momentanen weltweiten Situation, die eine Verschiebung der Wahlen und des Wahlablaufs bedingten, ist auch die binnenkirchliche Situation von großen Herausforderungen geprägt. Als positiv und realistisch denkender Mensch ergeben sich für mich hier zwei Konsequenzen: Mutig die Herausforderungen angehen und mit dem Wirken des Geistes Gottes rechnen." In der Zusammenarbeit im Dekanat und in den Kirchengemeinden kann Meisert auf eine gute Zusammenarbeit von erfahrenen und neuen Räten vertrauen: 74 Personen wurden im Dekanat wiedergewählt, 64 Frauen und Männer wurden neu gewählt.

Offen ist, wie und wann sich die neuen Pfarrgemeinderäte aufgrund der derzeitigen Versammlungsbeschränkungen konstituieren können. Im Erzbistum Freiburg sucht man derzeit nach einer guten Lösung für die aktuelle Situation. Verzögerungen ergeben sich damit auch für den Dekanatsrat: Er setzt sich aus delegierten Pfarrgemeinderäten sowie Vertretern der Jugend- und Erwachsenenverbänden und geistlicher Gemeinschaften zusammen.

Interessante Zahlen und Fakten:
» Fleißige Wähler: Die höchste Wahlbeteiligung erreichte die Kirchengemeinde Herbolzheim-Rheinhausen: 12,54 Prozent der Wahlberechtigten machten von ihrem Stimmrecht Gebrauch.
Niedriger Altersdurchschnitt: Das jüngste Gremium vertritt in der Kirchengemeinde Emmendingen-Teningen die Anliegen der Gemeindemitglieder: Mit einem Altersdurchschnitt von 43,4 Jahren liegt die Kirchengemeinde deutlich unter dem diözesanen Schnitt (rund 52 Jahre).
» Viel Lebenserfahrung: Der neue Pfarrgemeinderat im Mittleren Elz- und Simonswäldertal hat den höchsten Altersdurchschnitt: 55,27 Jahre alt sind die Vertreter*innen im Durchschnitt.
Engagierte Frauen: Elf Frauen (und zwei Männer) nutzen im neuen Pfarrgemeinderat Oberes Elztal ihre Möglichkeit zur Mitbestimmung und -gestaltung.
» Bewährtes Team: 86,67 Prozent der bisherigen Pfarrgemeinderäte wurden in der Katholischen Kirchengemeinde Mittleres Elz- und Simonswäldertal wiedergewählt – das sind 13 Personen. Zwei Personen wurden neu in den Pfarrgemeinderat gewählt (13,33Prozent). 83,33 Prozent der Pfarrgemeinderäte Am Litzelberg wurden neu gewählt, das sind fünf Personen. Eine Person wurde wiedergewählt.
Größtes Gremium: 24 Sitze standen in der Kirchengemeinde Waldkirch zur Verfügung. 21 Sitze konnten besetzt werden – damit befindet sich in Waldkirch der größte Rat im Dekanat (die Seelsorgeeinheit Nördlicher Kaiserstuhl und die Kirchengemeinde An der Glotter haben jeweils 20 Sitze).