Nutznießer der Fokussierung

Annette Mahro

Von Annette Mahro

Do, 09. Januar 2020

Rheinfelden

Gewerbeschule Rheinfelden bietet kreisweit einmalige Berufskollegien und Berufsfachschulen .

HEINFELDEN. Die Rheinfelder Gewerbeschule präsentiert ihr breites und kreisweit einzigartiges Ausbildungsangebot mit einem Tag der offenen Tür. Durch Investitionen von rund 13 Millionen Euro seitens des Landkreises als Schulträger sieht Schulleiter Jürgen Maulbetsch die Schule gut aufgestellt und topausgestattet mit 18 Laboren. Mit diesem Schuljahr startete als jüngstes Angebot das Berufskolleg Pharmazeutisch-Technische Assistentin (PTA). 2021 ziehen noch die Kfz-Mechatroniker von Lörrach an den Hochrhein.

RDer Andrang seitens der Schüler unterscheidet sich je nach Fach. So waren bei der neuen PTA-Ausbildung schnell alle 30 Plätze belegt. "Und wir hätten noch mehr Bewerber aufnehmen können", sagt Jürgen Maulbetsch. Indes dürften die Klassen nicht zu groß werden. Die Berufsaussichten für PTAs sind schon angesichts der hohen Apothekendichte gut. Das Ausbildungsangebot hinkte dagegen lange dem Bedarf hinterher und, zweiter Pluspunkt: In Rheinfelden ist es kostenfrei. Inhaltlich vergleichbar, aber mehr auf Kommunikation ausgerichtet, ist die Ausbildung zum Chemisch-Technischen Assistenten (CTA), dem zweiten Berufskolleg, das am Tag der offenen Schule im Fokus stehen wird und in der Form wie die PTA-Ausbildung einmalig im Landkreis ist. Absolventen der zwei Bildungsgänge können mit dem einjährigen Berufskolleg zusätzlich die Fachhochschulreife erlangen.

Nicht alle Bereiche werden aber von Bewerbern überrannt. So ist etwa das seit 2011 bestehende Technische Gymnasium (TGU) von anfangs zwei Klassen à je 20 Schüler auf eine geschrumpft. Schon angesichts des in Rheinfelden angebotenen Profilfachs Umwelttechnik ist das zumal in Zeiten, da immer mehr Kommunen den Klimanotstand ausrufen, erstaunlich. Umfasst doch das Profil den Einsatz erneuerbarer Energien, die Elektromobilität oder energiesparendes Bauen – im Prinzip zukunftssichere Bereiche.

Gymnasium spürt Randlage

Allerdings weiß der Schulleiter auch allzu gut um die Vorbehalte vieler Schüler bei den Themen Mathematik, Physik und Technik. Hinzu komme, so Maulbetsch, die Randlage. Man liege eben "hinter dem Dinkelberg" und das Angebot am Standort sei noch weniger bekannt als in Lörrach oder Schopfheim. Die unter dem Begriff regionale Schulentwicklung vieldiskutierte Rochade unter den Standorten hatte die heute noch 700 Schüler in 40 Klassen fassende Einrichtung mit dem Abwandern der Handwerksberufe Metall nach Schopfheim zuletzt 350 Schüler gekostet. Von dort waren wiederum die Industriemechaniker nach Lörrach versetzt worden und die Kfz-Mechatronik, für die derzeit neue Werkstätten gebaut werden, nach Rheinfelden. Neue Chemielabore, Friseursalons und ein modernes Elektro-Messen-Steuern-Regeln-Labor werden bereits genutzt. Die Fokussierung sei am Ende für alle ein Gewinn, ist der Rheinfelder Rektor überzeugt, der einem 55-köpfigen Kollegium vorsteht: "Alle haben am Ende eine Topausstattung".

Das Angebot der Vollzeit-Ausbildungen abrunden wird beim Tag der offenen Tür die Berufsfachschule Friseur, die auf die dreijährige Ausbildung vorbereitet und diese gegebenenfalls nach erfolgreicher Prüfung auch um das bereits geleistete Jahr verkürzt. Besucher erwartet in allen Bereichen ein buntes Programm unter anderem mit einem "Science-Slam", bei dem Schüler ein Thema aus ihrer Ausbildung kreativ vorstellen, um sich am Ende der Bewertung durchs Publikum stellen.

Tag der offenen Schule: Samstag, 18 Januar, 10 -15 Uhr, Gewerbeschule Rheinfelden, Hardtstraße 12, Infos: http://www.gws-rheinfelden.de