Friedrich Merz

Ob das der Mehrheit entspricht?

Peter Behnen

Von Peter Behnen (Breitnau)

Di, 20. Oktober 2020

Leserbriefe

Zu: "Ich bin sehr zuversichtlich, dass ich gewinne", Interview von Norbert Wallet und Christopher Ziedler mit Friedrich Merz (Politik, 12. Oktober)
Friedrich Merz gibt sich optimistisch, er glaubt, CDU-Vorsitzender werden zu können. Er vertritt, wie er sagt, zeitlose Grundsätze und Werte. Damit könne er in unsicheren Zeiten Orientierung geben. Unklar bleibt allerdings, welche Grundsätze und Werte er meint. Der Nebel lichtet sich, wenn man weiß, dass er bis vor kurzem Aufsichtsratsmitglied eines der weltweit größten Finanzkonzerne und Vermögensverwalters (BlackRock) war. Insoweit dürfte es nicht falsch sein, ihn auch in Zukunft als Interessenvertreter des Finanzkapitals zu betrachten. Werte und Grundsätze, die er meint, dürften dann vor allem Werte und Grundsätze von Finanzinvestoren sein. Alle Fragen und Probleme, die Merz anspricht, zum Beispiel den Klimaschutz, die soziale Sicherung, Europa und die Außenpolitik, werden dann, wenn man den Nebel beiseite schiebt, aus seiner Sicht nicht gegen die Interessen der Finanzkonzerne "gelöst" werden dürfen. Das allerdings wäre keine Politik, die den Interessen der Mehrheit der Bevölkerung entsprechen würde. Ob das in der CDU auch so gesehen wird, bleibt abzuwarten. Es ist Skepsis angebracht.Peter Behnen, Breitnau