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Horn liegt in Freiburg vorn

Joachim Röderer

Von Joachim Röderer

Mo, 23. April 2018

Freiburg

Verluste für Amtsinhaber Salomon bei erstem Wahlgang der OB-Wahl / Achtungserfolg für Stein.

FREIBURG. Überraschung bei der OB-Wahl in Freiburg: Mit 34,7 Prozent der Stimmen liegt nach dem ersten Wahlgang der von der SPD unterstützte parteilose Kandidat Martin Horn auf Platz eins. Amtsinhaber Dieter Salomon (Grüne) erlebte ein Debakel und kam nur auf 31,3 Prozent. Die von einem Linksbündnis unterstützte Stadträtin Monika Stein holte 26,2 Prozent. Die drei weiteren Bewerber spielten keine Rolle. Die Entscheidung fällt im zweiten Wahlgang am 6. Mai.

Hunderte von Freiburgerinnen und Freiburger haben am Sonntag auf dem Rathausplatz die Bekanntgabe der Ergebnisse des ersten Wahlgangs mitverfolgt, die auf der Bühne der Badischen Zeitung gezeigt wurden. Von Beginn an setzte sich der Herausforderer vor den Amtsinhaber. Martin Horn, 33 Jahre alter Europareferent der Stadt Sindelfingen, konnte vor allem im Westen der Stadt, aber auch in anderen Bezirken quer durch Freiburg gute Ergebnisse erzielen. "Der Wechsel ist real, wir können es gemeinsam schaffen", sagte der Kandidat unter Beifall seiner Anhänger auf dem Rathausplatz. Er habe im Wahlkampf von Anfang an den Wunsch nach Veränderung wahrgenommen.

Dieter Salomon muss um sein Amt bangen. Der 57 Jahre alte Grünen-Politiker, der seit 2002 als Freiburger Oberbürgermeister amtiert, hatte bei seiner Wiederwahl im Jahr 2010 im ersten Wahlgang die 50-Prozent-Hürde genommen. Nun verlor er mehr als 19 Prozentpunkte im Vergleich zu seinem damaligen Ergebnis. Salomon rutschte auch in den zahlreichen Grünen-Hochburgen ab. Der OB sprach von einem Denkzettel, den viele Wähler ausgesprochen hätten: "Die Botschaft ist angekommen." Er habe nun quasi das Hinspiel verloren, im Rückspiel in zwei Wochen sei aber noch alles möglich: "Ich werde kämpfen", versprach der Oberbürgermeister seinen Anhängern.

Monika Stein, 48, Lehrerin und Stadträtin, ist mit der Unterstützung eines Linksbündnisses angetreten. Sie holte 26,2 Prozent und damit einen Achtungserfolg. Im Öko-Stadtteil Vauban schaffte sie sogar die absolute Mehrheit mit mehr als 50 Prozent der Stimmen. Sie sei sehr glücklich über ihr Abschneiden, sagte Stein: "Es ist das beste Ergebnis, das jemals ein Linksbündnis in Freiburg erreicht hat."

Der unabhängige Kandidat Anton Behringer kam auf 3,7 Prozent der Stimmen. Wohnmobilhändler Stephan Wermter, der mit einigen rechtspopulistischen Aussagen aufgefallen war, kam mit 2,6 Prozent ins Ziel. Grünen-Mitglied Manfred Kröber bildete mit 1,4 Prozent Wählerstimmen das Ende des Tableaus. Die Wahlbeteiligung lag am Sonntag bei 51 Prozent der rund 171 000 Wahlberechtigten – und damit knapp sechs Prozentpunkte höher als bei der Oberbürgermeisterwahl 2010.

Die Entscheidung fällt im zweiten Wahlgang, der für den 6. Mai angesetzt ist. Die zwei Führenden Horn und Salomon werden auf jeden Fall antreten. Monika Stein ließ dies am Sonntagabend noch offen: "Wir müssen das erst besprechen, es geht um die Inhalte und nicht um meine Person", erklärte sie. Von dieser Entscheidung hängt nun viel ab: Sowohl der Amtsinhaber als auch sein Herausforderer wollen Gespräche mit Stein führen, kündigten sie an.