Glosse

Ökonomen beweisen: Gemeinsames Rauchen kann die Karrierechancen von Männern steigern

Ronny Gert Bürckholdt

Von Ronny Gert Bürckholdt

Fr, 24. Januar 2020 um 17:06 Uhr

Beruf & Karriere

Volkswirte haben die Aufstiegschancen in Unternehmen erforscht. Besonders wirksam sind demnach männliche Zirkel.

Obwohl sich die Raucherecken über die Jahre erkennbar geleert haben, scheinen sie in vielen Betrieben noch immer ein zentraler Ort mit bester Stimmung zu sein. Dort wird gelacht, getuschelt, parliert, sich abgeklatscht. Das gemeinsame Erleben eines steigenden Nikotinspiegels schweißt zusammen – und bietet Aufstiegschancen, zumindest Männern.

Die Ökonomen Zoë Cullen von der Harvard Business School und Ricardo Perez-Truglia von der Uni von Kalifornien haben nun anhand der Belegschaft einer asiatischen Großbank die These bestätigt, dass Beförderungen nicht allein von der Leistung abhängen, sondern auch von der Zugehörigkeit zu firmeninternen Zirkeln.

Dabei sei die Chance von Frauen, befördert zu werden, unabhängig vom Geschlecht ihrer Vorgesetzten. Weibliche Netzwerke? Gibt’s in der untersuchten Bank wohl nicht. Bei Männern dagegen stiegen die Chancen aufs weitere Fortkommen, nachdem sie von einem weiblichen zu einem männlichen Chef gewechselt waren. Der Mann-zu-Mann-Vorteil erkläre ein Drittel der Lohnlücke zwischen den Geschlechtern! Wie kommt’s?

Der führende und der geführte Mann stärkten ihre Bande, indem sie mehr Zeit mit Plaudereien und Honig-ums-Maul-Schmieren verbringen, als Frauen das in ähnlichen Konstellationen tun. Und: Männliche Karrierechancen stiegen weiter, wenn beide Männer rauchten. Ist nikotin-getränktes Testosteron ein Wundermittel für sachgrundlose Aufstiege? Die Forscher warnen vor Fehlschlüssen. Es gehe nicht ums Rauchen an sich, sondern um die Zeit, die Mann miteinander teile.

Es klappt also auch mit Trinken. James Brown sang ja nicht nur "It’s a man’s world", sondern auch: "Smoking and Drinking". Aber Obacht, wer mit Rauchen und Trinken nur wegen des Chefs anfängt! Fällt leicht auf. Paffen könnte als Anbiederung ausgelegt werden. Dann heißt es, der wolle sich hochrauchen.

Nichtraucher/Nichttrinker mit trinkendem/rauchendem Chef sind zu bedauern. Ihnen bleibt nur ehrliche Arbeit.