Arztmordprozess in Offenburg

Der Arztmordprozess zeigt überforderte Behörden – und einen ratlosen Flüchtlingshelfer

Helmut Seller

Von Helmut Seller

Fr, 15. Februar 2019 um 10:48 Uhr

Offenburg

BZ-Plus Ein engagierter Betreuer kümmerte sich 2016 um den Angeklagten, der schnell Arbeit fand und als fleißig galt. Sein psychisches Problem sei offenbar gewesen – allerdings nicht für alle offiziellen Stellen.

Im Prozess um den gewaltsamen Tod des Offenburger Arztes Joachim T. sieht der Vorsitzende Richter Heinz Walter die Beweise gegen den Angeklagten als erdrückend an. Am fünften Verhandlungstag vor dem Landgericht wurde beispielhaft die wertvolle Arbeit der ehrenamtlichen Flüchtlingshelfer und auch das Engagement Offenburger Unternehmer deutlich, aber auch die – teils durchaus nachvollziehbare – Überforderung offizieller Stellen.

Im Prozess um die Ermordung des Offenburger Arztes Joachim T. waren am Donnerstag nicht nur die Einschätzungen der rechtsmedizinischen und psychiatrischen Experten zum Angeklagten prägendes Thema, der fünfte Verhandlungstag brachte auch Einblicke in die Arbeit des Ausländerbüros der Stadt Offenburg und vor allem zum Einsatz der ehrenamtlichen Flüchtlingshelfer.

Die Personalien des Angeklagten liegen dem Ausländerbüro vor – er selbst sagt, sie stimmten so nicht
Mitarbeiterinnen des Ausländerbüros beschreiben den Angeklagten A. am Vormittag als ruhig und schweigsam. Auffällig sei nur gewesen, dass er bei seinem Besuch im Juli 2018 trotz der warmen Jahreszeit mit Jacke und Wollmütze erschienen sei. A. hatte die Behörde im August 2018 aufgesucht, um seine Aufenthaltserlaubnis zu verlängern. Bei der Stadt Offenburg wurde A. mit den Personalien geführt, die vom Bundesamt für Migration und ...

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