Ortenau

Frank Ehret ist neuer Präsident des Blasmusikverbands Ortenau

Christine Storck-Haupt

Von Christine Storck-Haupt

Do, 09. Mai 2019 um 17:08 Uhr

Offenburg

Frank Ehret vom Musikverein Heiligenzell ist als Nachfolger von Toni Vetrano zum neuen Präsidenten des Blasmusikverbands Ortenau gewählt worden.

4587 aktive Mitglieder und 74 Vereine: Der Blasmusikverband Ortenau bleibt 2018 in diesem Punkt konstant, auch wenn die Nachwuchsgewinnung manchenorts eine Herausforderung ist. "Im Bereich Heiligenzell etwa war es immer schwierig, in Schuttertal überhaupt nicht", sagte der neue Verbandspräsident Frank Ehret am Rande der Jahreshauptversammlung. Der bisherige Präsident, Kehls Oberbürgermeister Toni Vetrano, schied nach zwölf Jahren aus seinem Amt, auch sein Stellvertreter Hans-Dieter Mann kandidierte bei den Präsidiumswahlen nicht mehr.

Die Hälfte der Mitglieder ist unter 27 Jahre alt

"Musikvereine sind wichtige Bildungsträger, die Tradition und Moderne im gesellschaftlichen Zusammenleben miteinander verbinden", sagte Toni Vetrano bei seiner Verabschiedung. 50 Prozent der Mitglieder seien unter 27 Jahre alt.

Das allerschönste in den vergangenen zwölf Jahren seiner Verbandszeit seien die Begegnungen gewesen. "Funktionärsarbeit kann mitunter auch sehr kompliziert sein. Musizieren macht viel mehr Spaß", meinte er. Die Aufgaben werden immer komplexer und vielschichtiger. Die Rolle des Verbandes habe sich gewandelt. Impulse aus den Vereinen seien unverzichtbar. "Heute gibt es Homepages, Rundmails, und die Kassierer in den Vereinen sind halbe Steuerexperten", so Vetrano. Man müsse sich an den modernen Zeitgeist anpassen und die Strukturen weiterentwickeln.

Deshalb will der Blasmusikverband mit seinem neuen Präsidenten Frank Ehret, dem Vorsitzenden des Musikvereins Heiligenzell, und Felix Bauert, bisheriger stellvertretender Verbandsjugendleiter, einige Dinge ändern. Aufgrund der Vielfältigkeit der Themen sollen die Aufgaben innerhalb des Präsidiums nach Stärken und nicht mehr nach Funktion der einzelnen Personen verteilt und zugeordnet werden.

Anliegen und Fragen aus den Vereinen könnten so gezielt und ohne Zeitverlust an den jeweiligen Zuständigen gerichtet werden.

Von der Basis kam die Anregung, die Präsidiumssitzungen künftig offen und an wechselnden Orten bei Vereinen abzuhalten, um näher "dran" zu sein. "Der jeweilige Vorsitzende des austragenden Vereins könnte als Gastredner wichtige Impulse liefern", sagte Christian Adam, Vorstand des Musikvereins Altenheim. Dadurch wäre der Verband stärker in der Fläche vertreten.

Ein Aushängeschild ist das Jugendorchester

Ein Aushängeschild für die regionale Blasmusik ist nach wie vor das sinfonische Verbandsjugendorchester (SVJBO) mit aktuell rund 110 Teilnehmern, sagte Verbandsdirigent Rüdiger Müller. Dort versammeln sich die Besten aus dem Nachwuchs der Ortenauer Orchester. Die jungen Musiker seien im Schnitt zwischen 14 und 25 Jahren als. Mit dem SVJBO werden Werke aufgeführt, die für manche Vereine nicht machbar sind, etwa, weil man die Besetzung dafür nicht hat. "Wir hoffen, dass Sie uns weiterhin Kinder und Jugendliche schicken", appellierte Müller an die anwesenden Vereinsvertreter. In den Herbstferien starte das Orchester zu einer Konzert- und Begegnungsreise in die USA und Kanada.