"Hoch 3" ist sehr begehrt

Christine Storck

Von Christine Storck

Mi, 16. Oktober 2019

Offenburg

Bereits 75 Prozent der baureif erschlossenen 41,6 Hektar Gesamtfläche vermarktet.

OFFENBURG/SCHUTTERWALD. Der interkommunale Gewerbepark "Hoch 3" wächst: Bis heute wurden bereits 32,2 Hektar und damit mehr als 75 Prozent der baureif erschlossenen 41,6 Hektar Gesamtfläche im ersten und zweiten Bauabschnitt vermarktet. Das teilte der Zweckverband im Nachgang einer Verbandsversammlung auf Anfrage mit. "Es gibt viele Interessenten. Leider können nicht alle berücksichtig werden, vor allem bei kleinerem Flächenbedarf", sagte Ralf Grundheber. Allein 2018 seien 2,5 Hektar für die Ansiedlung von Betrieben veräußert worden.

Aktuell stehen im Teilgebiet Hohberg keine und in Schutterwald noch knapp zehn Hektar Gewerbeflächen zur Verfügung, die allerdings – von einem knapp ein Hektar großen Grundstück abgesehen – entweder als Kaufoptionen für geplante Betriebserweiterungen vorgemerkt oder erst nach der Verlegung einer Stromleitung vermarktungsfähig sind.

Besagte Stromleitung wird von der EnBW betrieben und quert derzeit noch das Gebiet. Aktuell läuft das Genehmigungsverfahren zur Verlegung der Trasse. Verbandsvorsitzender und Bürgermeister von Schutterwald, Martin Holschuh, rechnet damit, dass das weitere Prozedere noch bis zu zwei Jahren dauern kann: "Wir arbeiten mit Nachdruck daran." Eigentlich hätte alles viel schneller über die Bühne gehen sollen. Doch dann sei es zu Verzögerungen gekommen, weil eine Grundstückseigentümerin ihr Einverständnis kurzfristig zurückgezogen hatte. "Der Trassenverlauf musste verändert werden", sagte Holschuh. Ist die Leitung mal verlegt, stehen weitere rund vier Hektar zusätzlicher Gewerbeflächen zur Verfügung. Bis 2027 will der Zweckverband alle gewerblichen Verkaufsgrundstücke im ersten und zweiten Bauabschnitt vermarkten. Das entspricht einem durchschnittlichen Verkauf von rund 1,8 Hektar pro Jahr.

Auch aktuell tut sich etwas: Vergangenen Monat weihte die B+N Tortechnik GmbH auf einer Fläche von rund 18 000 Quadratmetern einen neuen Produktionsbetrieb mit Verwaltungsgebäude ein. Dort arbeiten nun rund 100 Mitarbeiter. Geplante Neuansiedlungen sind darüber hinaus die Capidema GmbH, ein Handelsunternehmen für Lifestyle-Produkte, das gerade auf rund 2400 Quadratmetern eine Verkaufsniederlassung mit Gewerbehalle und Bürogebäude mit 25 Mitarbeitern baut. Zudem möchte die Knirsch Nutzfahrzeuge GmbH einen Handels- und Servicebetrieb im ersten Schutterwälder Bauabschnitt errichten. Eine Baugenehmigung gibt es außerdem für die Fleischerei- und Gastronomie-Service Baden eG, die im zweiten Bauabschnitt auf Schutterwälder Gemarkung die Verlagerung sowie den Neubau eines Fleischerei-Großhandelsbetriebs mit rund 100 Arbeitsplätzen anstrebt.

Aktuell haben sich laut Zweckverband einschließlich der Justizvollzugsanstalt Offenburg bislang 17 Unternehmen mit zusammen mehr als 700 Arbeitsplätzen im Gewerbepark "Hoch 3" angesiedelt.

Der Zweckverband "Gewerbepark Raum Offenburg" wurde 1998 von den Mitgliedern der Verwaltungsgemeinschaft Offenburg – Offenburg, Durbach, Hohberg, Ortenberg und Schutterwald – gegründet. Ziel der interkommunalen Kooperation war das Schaffen eines Industrie- und Gewerbegebiets, das aufgrund seiner Größe und verkehrsgünstigen Lage in den kommenden Jahren der gewerbliche Entwicklungsschwerpunkt im Raum Offenburg werden soll. Geplant sind mehrere Bauabschnitte auf der Gemarkung Offenburg (51 Hektar), Hohberg (35 Hektar) und Schutterwald (44 Hektar).