Möglichst kurzer Aufenthalt

dpa

Von dpa

Do, 19. November 2020

Olympische Spiele

Wegen der Corona-Pandemie sollen die Sportler bei den Sommerspielen in Tokio nicht lange im olympischen Dorf bleiben.

Aus Sorge vor Corona-Fällen im olympischen Dorf wollen die Organisatoren der auf 2021 verlegten Tokio-Spiele Athleten dort nur einen möglichst kurzen Aufenthalt erlauben.

"Wir wollen nicht die Zahl der Sportler senken, aber wir müssen sicherstellen, dass das Dorf der sicherste Ort in Tokio ist", sagte John Coates, der Vizepräsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), am Mittwoch zum Abschluss von dreitägigen Beratungen in Tokio. Daher sollen die Athleten vier bis fünf Tage vor Beginn ihrer Wettkämpfe ins olympische Dorf einziehen und bereits ein bis zwei Tage nach Abschluss ihrer Disziplinen wieder nach Hause reisen.

Bei vergangenen Spielen waren viele Sportler noch länger im Dorf geblieben, um andere Wettkämpfe zu verfolgen, an der Schlussfeier teilzunehmen und die Stadt und andere Athleten kennenzulernen. Das machte für zahlreiche Athleten auch das besondere Flair der Olympischen Spiele aus – unter anderem für die Schwimmer, die bei den Spielen traditionsgemäß in der ersten Woche ins Wasser gehen – und dann von der zweiten Olympia-Kernsportart, der Leichtathletik, abgelöst werden. "Diese verlängerte Zeitspanne vergrößert das Potenzial für Probleme", sagte Coates. Er appellierte an die Fachverbände und Nationalen Olympischen Komitees, in diesem Sinne zu planen. "Die Athleten müssen Vertrauen in die Sicherheit haben", sagte der Australier. Während des Aufenthalts im olympischen Dorf sollten Sportler auch auf touristische Aktivitäten in Tokio verzichten.

Bei der Neuplanung der Sommerspiele seien "schon bemerkenswerte Fortschritte gemacht worden", behauptete Coates. Es gebe ein "positives Momentum" für die Vorbereitung von "unvergesslichen Spielen" im nächsten Jahr, versicherte der IOC-Vizepräsident.

Angesichts wieder steigender Infektionszahlen auch im Gastgeberland halten sich indes hartnäckig Zweifel, ob die Spiele wirklich stattfinden können. IOC-Präsident Thomas Bach war gemeinsam mit Coates vier Tage in Tokio zu Gast, um sich ein Bild von den Vorbereitungen zu machen, das Bekenntnis zur Austragung der Spiele zu erneuern und damit den japanischen Organisatoren den Rücken zu stärken. Auch Japans neuer Ministerpräsident Yoshihide Suga hatte versichert, das Land halte an den Tokio-Spielen fest.