Organisator von Resonanz enttäuscht

Volker Münch

Von Volker Münch

Di, 24. Mai 2022

Bad Bellingen

Das Event "Wine & Chill" bot ein schönes Angebot am Freitag- und Samstagabend, doch das Publikum strömte nicht wie erhofft.

. Das Event "Wine & Chill" im Kurpark von Bad Bellingen steht für eine vielseitige Veranstaltung, bei der die Gäste nicht nur die Seele baumeln lassen können, sondern auch Weine und Speisen bei Livemusik und unter den Kronen der Kurparkbäume genießen können. In diesem Jahr war es anders: Die Atmosphäre und das Angebot stimmte, die Zahl der Gäste blieb allerdings hinter den Erwartungen zurück.

Es war nach einer mehr als zweijährigen Pause wegen der Corona-Pandemie die insgesamt vierte Auflage des bisher sehr gelungenen und von allen Seiten begeistert aufgenommenen Festivals. Im Kurpark in lauschigen Sommernächten feiern, das lockte in der Vergangenheit unzählige Gäste aus der Region nach Bad Bellingen. Das war auch der Grund, dass Boris Kallmann vom gleichnamigen Weingut dieses Mal alleine das Event organisierte. Nur wenige Geschäftsfreunde des Winzers beteiligten sich als Sponsoren, sodass das Risiko ausschließlich bei Kallmann allein lag. In unzähligen Stunden der Vorbereitung hatte er zahlreiche Foodtruckbetreiber für das Festival gewinnen können, die mit ihren Spezialitäten – die Bandbreite reichte von frisch zubereiteten italienischen Nudelgerichten über herzhaftes Fingerfood bis zu kunstvoll kreierten Burgern – ihr Publikum begeistern konnten. Am Freitagabend fand eine Weinprobe unter freiem Himmel statt, bei der 15 Weingüter ihre Weine präsentierten und die Gäste nach Herzenslust probieren konnten. Neben der präsentierten Weinvielgalt gab es selbstverständlich feine Winzersekte ins Glas und interessante Weincocktails. Dass die Organisation funktionierte, war den rund 50 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer zu verdanken, die Boris Kallmann gerne unterstützten. Ein Garant für das Gelingen war auch das ideale Sommerwetter, das dem Festival lauschige Temperaturen bis in die Nachtstunden bescherte. Es waren also alle Bedingungen für ein erfolgreiches Sommerevent erfüllt. Tatsächlich blieben die Gästezahlen besonders am Freitagabend, aber auch am Samstag weit hinter den Erwartungen zurück, berichtete Boris Kallmann. Kontrovers diskutiert wurden die erstmals erhobenen Eintrittsgelder, die von manchen mit Vehemenz abgelehnt wurden. Das Argument, die Veranstaltung samt den ausgezeichneten Musikbands kosteten viel Geld, das Organisator Kallmann alleine vorstrecken musste, ließen manche potenziellen Gäste nicht gelten. "Es fehlt manchen Menschen an der Wertschätzung für diesen großen Aufwand", bedauerte Kallmann. Und auch die Foodtruckbesitzer waren enttäuscht, hatten sie doch mit deutlich mehr Gästen gerechnet und entsprechend Waren eingekauft.

Mit seinem Charlie-Foodtruck, einem klassischen amerikanischen silbernen Airstreamer, kam Fabio Elia zum Festival und war vom Ambiente begeistert. Seine Begeisterung wurde wie bei den anderen Foodtruckbetreibern allerdings arg gedämpft: "Wir hatten wirklich mehr Besucher erwartet. Wir dachten, die Menschen drängt es nach der Pandemie wieder raus zu den Festen." Selbst die Fußballfreunde kamen auf ihre Kosten. Zwar wurde der Ton auf stumm gestellt, am Rand des Festplatzes war aber eine Videowand aufgebaut, damit man wenigstens den Spielablauf immer im Auge haben konnte.

Das Musikprogramm war gelungen. Am Freitagabend unterhielten die Castle Groove Festival Brass Band und später die Musikgruppe "Musica del Mondo". Am Samstagabend sorgte die bekannte Showband "Nightunes" für musikalische Unterhaltung. Und wer vor allen Dingen die "relaxte" Atmosphäre genießen wollte, ließ sich in der aus Holzpaletten gebaute Lounge nieder.