Schlachtbetriebe

Osteuropäische Familienväter zahlen den Preis

Andrea Schammler

Von Andrea Schammler (Kandern)

Di, 19. Mai 2020

Leserbriefe

Zu: "Ein Wirtschaftszweig im Dunkeln", Beitrag von Bernhard Walker und Agentur (Politik, 11. Mai)
Fast bin ich Corona dankbar, dass es diese unfassbaren Zustände in der Fleischindustrie (mal wieder) ans Licht gebracht hat. Jeder Produzent, Händler, Konsument trägt die Verantwortung mit, was in Betrieben wie Westfleisch mit Menschen, Tieren und der Natur gemacht wird. Niemand kann ernsthaft behaupten, dass sie oder er es nicht schon gewusst hätte. Gesetzgeber, Arbeitsschutz, Zoll, wo seid ihr? Wer zahlt nun die Rechnung? Hunderte von osteuropäischen Familienvätern, die infiziert, ihrer Rechte enthoben, ohne Absicherung kein Geld nach Hause schicken können.

Mit billig(st) erworbenen Steaks, Schnitzeln und Würstchen werden immer auch Rechte mit Füßen getreten. Doch Hauptsache, ich muss meine Gewohnheiten nicht ändern. Lieber wende ich den Blick von dieser Sklaverei ab und vertiefe mich ins Wenden der Fleischstücke. Mir würde jeder Bissen im Halse stecken bleiben. Andrea Schammler, Kandern