Otto Nußbaum stellt Antrag auf Insolvenz

Bernd Kramer

Von Bernd Kramer

Fr, 17. April 2020

Wirtschaft

Kehler Hebebühnenhersteller.

KEHL. Der traditionsreiche, familiengeführte Ortenauer Hebebühnenhersteller Otto Nußbaum GmbH & Co. KG ist zahlungsunfähig. Wie der vorläufige Insolvenzverwalter Dirk Pehl von der Kanzlei Schultze & Braun mitteilte, hat das Kehler Unternehmen Antrag auf Insolvenz gestellt. Rund 220 Beschäftigte sind betroffen.

Der Produzent von Hebebühnen für Pkw- und Lkw-Werkstätten weltweit steckt in einer schwierigen Lage. Das Unternehmen hat gerade eine tiefgreifende Umstrukturierung weitgehend abgeschlossen. In deren Folge hat Nußbaum die Produktion in Kehl konzentriert. Die Aufwendungen dafür und hohe Tilgungsraten setzen das Unternehmen nach Angaben von Pehl unter starken finanziellen Druck. Im zweiten Halbjahr 2019 gab es einen massiven Nachfrageeinbruch. Die Corona-Krise hat die schlechte wirtschaftliche Lage noch weiter verschärft.

Die Belegschaft befindet sich derzeit in Kurzarbeit Null. Das heißt, keiner der Beschäftigten arbeitet. "Ich werde mich mit der Agentur für Arbeit verständigen, wie wir beide Lohnersatzleistungen – Insolvenzgeld und Kurzarbeitergeld – so klug miteinander verbinden können, dass die Mitarbeiter bestmöglich abgesichert sind", sagte Pehl. Der Ortenauer IG-Metall-Chef Ahmet Karademir ist von der Insolvenz-Nachricht erschüttert. Nicht betroffen von dem Insolvenzantrag sind die Nussbaum World Lifts, die Nussbaum Parking, die Nussbaum Automotive Solutions LP und die Nussbaum Technologies.