Pandemie soll nicht als Vorwand dienen

dpa

Von dpa

Mo, 03. Mai 2021

Deutschland

Gewerkschafter warnen auf Mai-Kundgebungen vor Jobabbau / Ausschreitungen in Großstädten.

Zum zweiten Tag der Arbeit in der Corona-Krise haben Gewerkschafter vor Belastungen auf Kosten der Beschäftigten und einem Sparkurs bei staatlichen Investitionen gewarnt. "Wir lassen nicht zu, dass Arbeitgeber die Pandemie als Vorwand für Jobabbau, Betriebsverlagerungen und Lohn-Dumping missbrauchen", so DGB-Chef Reiner Hoffmann bei der zentralen Kundgebung in Hamburg. Corona dürfe keine Ausrede für fehlendes Geld beim Umbau zu einer digitalen und klimaneutralen Wirtschaft sein. Zukunftsgestaltung bedeute, zu investieren statt zu sparen.

Auch die Kanzlerkandidaten von Union, Grünen und SPD sprachen sich für bessere Bedingungen aus. NRW-Ministerpräsident und CDU-Chef Armin Laschet forderte mehr Anerkennung für gesellschaftsrelevante Berufe wie der Pflege. "Die, die in prekären Beschäftigungsverhältnissen sind, die, die in den schlecht bezahlten Jobs sind, leisten zum Teil die größte Arbeit." Grünen-Chefin Annalena Baerbock sagte: "Es reicht nicht, wenn man Pflegekräften zuklatscht." Es gehe um vernünftige Löhne und Arbeitsbedingungen. Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) forderte Konsequenzen aus der Pandemie – mehr Tarifverträge, bessere Kontrollen.

Tausende linke Demonstranten nutzten den 1. Mai für ihre traditionellen Proteste, vor allem in Berlin, Hamburg und Frankfurt kam es dabei zu größeren Auseinandersetzungen mit der Polizei. In der Hauptstadt flogen Steine und Flaschen auf Beamte; es gab 354 Festnahmen, 93 Einsatzkräfte wurden laut Polizei verletzt.