Digitalisierung

Papier-Impfpass hat ausgedient – nur noch der QR-Code gilt als Nachweis

Sigrun Rehm und dpa

Von Sigrun Rehm & dpa

Mi, 01. Dezember 2021 um 18:29 Uhr

Südwest

Seit Mittwoch muss der Impfstatus bei 3G- oder 2G-Kontrollen via QR-Code nachgewiesen werden. Die alten Impfpässe aus Papier gelten in Baden-Württemberg nicht mehr als Impfnachweis.

Bisher stand es Geimpften frei, auf welche Weise sie ihren Impfstatus in Gastwirtschaft, Modehaus oder Straßenbahn nachwiesen – mit dem digitalen Impfzertifikat auf dem Smartphone, einem ausgedruckten QR-Code auf Papier oder dem gelben Impfpass. Doch dieses Büchlein wird seit Mittwoch in Baden-Württemberg bei etwaigen Kontrollen nicht mehr akzeptiert. Die meisten Kunden sind darauf längst eingestellt, doch bei einigen herrschte am Mittwoch noch Aufklärungsbedarf.

"Vor allem bei älteren Gästen auf dem Land, die bisher immer mit ihrem gelben Impfbüchle zum Stammtisch kamen, gab es viel Unverständnis", berichtet Alexander Hangleiter, der als Geschäftsführer des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands für das Gastgewerbe zwischen Lahr, Hochschwarzwald und Schweizer Grenze spricht. Den Wirten falle nun unverhofft die Aufgabe zu, ihre Gäste über die Details der neuen Regel aufzuklären.



Diese sieht vor, dass die Impfung per QR-Code – einem Quadrat mit einem schwarz-weiß gepunktetem Muster – nachgewiesen werden muss. Der Code findet sich auf dem Impfzertifikat. Dieses erhält man entweder direkt bei der Impfung oder holt es sich gegen Vorlage des gelben Impfpasses in einer Apotheke. Der QR-Code kann dann mit der Corona-Warn-App oder der CovPass-App auf dem Smartphone eingelesen und gespeichert werden. Wer kein Smartphone hat, kann den Ausdruck in Papierform vorzeigen. Grund der neuen Regelung ist der bessere Schutz vor Fälschungen.

Der Landesapothekerverband (LAV) wies am Mittwoch darauf hin, dass 95 Prozent der Apotheken im Südwesten solche Zertifikate mit QR-Code erstellten. Seitdem es diese Möglichkeit gibt, seien bundesweit rund 55 Millionen solcher digitaler Nachweise gefertigt worden. "Die Nachfrage wird nun zwar hochgehen, aber es werden sich keine Schlangen bilden", sagte der stellvertretende LAV-Geschäftsführer Frank Eickmann.

"Wir sind ganz erfreut, dass unsere Arbeit Früchte trägt und die meisten Menschen inzwischen ihren Impfstatus auf dem Smartphone nachweisen", sagt Ramon Oswald, Leiter des Vollzugsdiensts der Polizeibehörde in Freiburg, der mit seinem Team die Fahrausweisprüfer der Freiburger Verkehrs AG (VAG) bei der 3G-Kontrolle unterstützt. Zücke doch einmal ein – meist älterer – Mensch den gelben Impfpass, so werde er an die Apotheke seines Vertrauens verwiesen, so Oswald. Ähnlich läuft es auf der Wiesentalbahn, wie Daniel König von der SBB berichtet: "Rund 95 Prozent der Reisenden haben bereits bei Beginn der 3G-Kontrollen vergangene Woche einen QR-Code vorgewiesen – überraschenderweise in vielen Fällen auf Papier ausgedruckt."

Auch im Einzelhandel sind es vorwiegend Seniorinnen und Senioren, die noch auf das gelbe Büchlein setzen. "Es ist ärgerlich, dass der Handel nun diese Menschen ermahnen, Lesegeräte anschaffen und QR-Codes kontrollieren muss", sagt Peter Spindler, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Südbaden. Man hätte, meint er, den Kunden eine Übergangsfrist bis Weihnachten gewähren sollen.