Park ist um einen Blickfang reicher

Paul Eischet

Von Paul Eischet

Fr, 07. Mai 2021

Schönau

Fördergruppe des St. Josefshauses errichtet ein Hochbeet, das mit Nutzpflanzen bestückt / Zeichen der Gleichberechtigung.

. Am Mittwoch weihte die Fördergruppe Schönau des St. Josefshauses Herten ein Hochbeet ein. Die kleine Aktion fand im engsten Gruppenkreis statt. Mit ihr will man auf Barrieren für Rollstuhlfahrer aufmerksam machen. Die kurze Einweihungszeremonie erfolgte coronabedingt unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

In der Fördergruppe Schönau kümmern sich Gruppenleiterin Sonja Kiefer und ihre Mitarbeiterin Sarah-Sophie Eller um derzeit vier Personen mit geistigen und teils körperlichen Beeinträchtigungen. Derzeit vier auf Hilfe und Unterstützung angewiesene junge Männer werden tagsüber von den beiden Betreuerinnen umsorgt und abwechslungsreich beschäftigt. Seit dem 5. Mai ist der kleine öffentliche Park am Seniorenzentrum in der Friedrichstraße nun um einen Blickfang reicher. Hier hat die Fördergruppe ein Hochbeet errichtet und mit Nutzpflanzen bestückt, darunter Oregano, Gurken, Tomaten, Bärlauch, Thymian und Erdbeeren. Die spätere Ernte ist für den eigenen Verzehr bestimmt.

Am Tag der Einweihung wurden in aller Frühe die Pflanzen gesetzt und das Beet geschmückt. An einer neben dem Beet postierten Stehleiter wurden Schilder befestigt, die über Barrieren informierten, mit denen Rollstuhlfahrer auf ihren täglichen Wegen immer wieder konfrontiert werden. Am späten Vormittag versammelte sich die gesamte Fördergruppe am Beet. Als Besucher war Mischa Trefzer erschienen – der gelernte Heilerziehungspfleger wird ab August als dritter Betreuer in der Fördergruppe tätig sein.

Der Termin der Einweihung war bewusst gewählt, denn der 5. Mai ist der Europäische Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung. Rund um diesen Tag finden in Deutschland seit 24 Jahren auf Initiative der Aktion Mensch Aktionen und öffentlich geführte Diskussionen statt. Es geht darum, Menschen für dieses Thema zu sensibilisieren und die allgemeine Aufmerksamkeit auf die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen zu lenken. Erklärtes Ziel der Aktion Mensch ist es, "die Kluft zwischen dem im Grundgesetz verankerten Anspruch der Gleichberechtigung für alle Menschen und der Lebenswirklichkeit Stück für Stück zu überwinden".

In diesem Sinne möchte die Fördergruppe Schönau mit ihrem Hochbeet ein Zeichen setzen. Sonja Kiefer hofft auf Vernunft und Verständnis der Parkbesucher und deren Respekt vor dem kleinen Garten der Fördergruppe. Besorgnis vor Vandalismus gebe es durchaus, gestand sie der BZ gegenüber. Das wäre für alle, vor allem aber für die Betreuten eine bittere Enttäuschung. Bleibt zu hoffen, dass dies der Gruppe erspart bleibt.