Partnerschaukel und Fossiliengrube

Wilfried Dieckmann

Von Wilfried Dieckmann

Sa, 11. September 2021

Grafenhausen

Neue Pläne für Grünfläche beim Schwarzwaldhaus der Sinne / Junge Menschen aus aller Welt engagieren sich bei der Neugestaltung.

. Im Oktober werden erneut Freiwillige aus der ganzen Welt in Grafenhausen sein, um sich hier für zwei Wochen ehrenamtlich zu engagieren. Im Rahmen eines Workcamps, organisiert von dem Verein "Internationale Begegnung in Gemeinschaftsdiensten e.V." (IBG) ist vor dem Schwarzwaldhaus der Sinne eine Umgestaltung der bestehenden Rasenfläche geplant. Bauhofleiter Michael Lüber stellte vor der ersten Ratssitzung nach der Sommerpause die geplanten Maßnahmen vor.

Was ist ein IBG Workcamp?
IBG ist die Abkürzung für "Internationale Begegnung in Gemeinschaftsdiensten e.V.". Der Verein wurde 1965 mit dem Ziel gegründet, durch internationale Jugendgemeinschaftsdienste (Workcamps) einen Beitrag für Frieden und Völkerverständigung zu leisten. IBG ist weder religiös noch politisch gebunden und als Träger der außerschulischen Jugendbildung anerkannt. Die Workcamps in Deutschland werden durch Zuschüsse vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie von der EU finanziert. Darüber hinaus unterstützen örtliche Träger, wie die Gemeinde Grafenhausen, die Projekte. Unter Anleitung von Mitarbeitern werden sich die jungen Menschen, die übrigens teilweise mehrere tausend Kilometer auf eigene Kosten anreisen, in Grafenhausen an der Umgestaltung des Grünbereichs vor dem Mitmachmuseum beteiligen. Pro Woche werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer 30 Stunden an dem Gemeinschaftsprojekt arbeiten. Als geräumige Unterkunft wird ihnen das Obergeschoss im Hagehus dienen, in dem sie sich auch selbst verpflegen. Von diesem interkulturellen Zusammenleben profitieren nicht nur die Gemeinde Grafenhausen, sondern insbesondere die Teilnehmer. So finden Sprachkurse in verschiedenen Sprachen quasi den ganzen Tag statt. Auch ist es etwas anderes, ob die jungen Menschen ein Land als Tourist besuchen, oder im Rahmen des Workcamps intensiven Kontakt mit der einheimischen Bevölkerung haben.

Projektvorstellung
Mit der Umgestaltung der Grünfläche zwischen der Schulstraße und dem Schwarzwaldhaus der Sinne soll insbesondere eine direkte Verbindung zum Mitmachmuseum geschaffen werden. Bauhofleiter Michael Lüber stellte vor der ersten Ratssitzung nach der Sommerpause die geplanten Maßnahmen, die vom 2. bis 16. Oktober im Rahmen des IBG-Workcamps umgesetzt werden sollen, dem Ratsgremium vor. Wie Bürgermeister Christian Behringer informierte, liegt die Umgestaltungsfläche im Sanierungsgebiet "Ortsmitte" und wird mit 60 Prozent Zuschuss im Rahmen des Landessanierungsprogramms gefördert. Wie der Bauhofleiter erläuterte, sollen auf dem abschüssigen Gelände zwei ebene Flächen entstehen, die sowohl eine Verbindung zum Museum als auch zum Skulpturenpark schaffen sollen. So ist eine mit Kette verbundene Partnerpendelschaukel geplant, die eine Verbindung zum Resonanzraum, der im Haus der Sinne nach den Ideen von Professor Hartmut Rosa gestaltet wurde, darstellen soll. Als weiteres Highlight soll eine "Fossiliengrube" entstehen, in der Kinder Ausgrabungen vornehmen können. Kreative Ideen des talentierten Hobbykünstlers Bernhard Heer sollen hier nach Lübers Worten ein-gebunden und umgesetzt werden. Weiterhin ist eine Sitzgruppe geplant. Bestehende Bäume und Sträucher sollen erhalten bleiben. Im oberen Bereich in Richtung Parkraum sollen insektenfreundliche Blumenwiesen neu angelegt werden. "Vor dem Schwarzwaldhaus der Sinne soll das ein Blickfang werden", meinte der Bürgermeister, und: "So kann das Gelände nur gewinnen", hob Museumsleiterin Kathleen Mönicke hervor. Diesen Worten konnte sich das Ratsgremium ohne Wenn und Aber anschließen.