SWR-Intendant

Peter Boudgoust: "Wir sind gerade nicht dem Profit verpflichtet"

Alexander Dick

Von Alexander Dick

Mo, 25. März 2019 um 20:00 Uhr

Kultur

BZ-Plus Im Sommer wird Intendant Peter Boudgoust den SWR vorzeitig verlassen. Gegenüber der Badischen Zeitung zieht er schon mal Bilanz – und blickt in die Zukunft des öffentlich-rechtlichen Rundfunks.

Über die Diskussion um das Procedere seiner Nachfolge, das hat er sich vorab ausbedungen, möchte Peter Boudgoust nicht sprechen. Ansonsten gibt es keine Tabus für den 64-jährigen Intendanten des Südwestrundfunks (SWR), der seine dritte Amtszeit im Sommer knapp drei Jahre früher beenden möchte. Alexander Dick sprach mit ihm über seine Arbeit beim SWR, über Gegenwart und Zukunft des öffentlich-rechtlichen Rundfunks – auch in der Region.

BZ: Herr Boudgoust, Sie haben sich entschieden, Ihr Amt als SWR-Intendant Mitte des Jahres – vorzeitig – niederzulegen. Der Lotse geht von Bord – fühlen Sie sich so?
Boudgoust: Der SWR und der öffentlich-rechtliche Rundfunk im Allgemeinen waren schon in ruhigerem Fahrwasser unterwegs – der Vergleich des Lotsen ist daher sicher nicht ganz unzutreffend. Ich werde den SWR aber keineswegs führungslos zurücklassen. Als ich angekündigt habe, dass ich mein Amt im Sommer übergeben möchte, war mir eine Botschaft wichtig: Ich bleibe Intendant, bis meine Nachfolge gefunden ist. Wer das auch sein wird: Meine Nachfolge wird einen gut aufgestellten SWR führen und die zentralen Fragen der Zukunft selbst entscheiden können.

BZ: Lassen Sie uns bilanzieren: Wo sehen Sie Ihre Erfolge?
Boudgoust: Wir haben im SWR früher als andere erkannt, dass die Rahmenbedingungen nicht einfacher werden. Deshalb haben wir uns frühzeitig zu einem Kurs entschlossen, der diesem Umstand Rechnung trägt: Wir haben uns multimedial aufgestellt und dem veränderten Nutzerverhalten unseres Publikums Rechnung getragen. Unsere neuen multimedialen Programmdirektionen und unser breit aufgestelltes, multimediales Nachrichtenangebot sind ein Teil davon. Und wir haben große Einsparungen vorgenommen, ohne dabei unser Programm zu beschädigen. Diese Veränderungen sind zwingend notwendig in einer Zeit, in der Menschen sich bis in die mittlere Generation hinein in riesigem Maße auch im Internet bewegen. Die Statistik hat lange Zeit den Eindruck erweckt, dass die Menschen immer noch viel fernsehen. Das ist aber nur für die Älteren zutreffend. Jüngere Menschen sitzen nicht mehr klassisch vor dem Fernseher oder Radio, sondern sind zeitversetzt online unterwegs. Dem müssen wir Rechnung tragen, sonst werden wir unserem Auftrag nicht gerecht. Das freilich ist eine Operation, die immer weitergehen wird und bei der auch die Veränderungsgeschwindigkeit immer weiter zunimmt. Als SWR haben wir maßgeblich die neue ARD-Mediathek auf den Weg gebracht und auch mit unserem Online-Content-Netzwerk funk gehen wir dahin, wo die Nutzer sind.

BZ: Reicht das aus, um besonders die jungen Menschen zu gewinnen?
Boudgoust: funk ist mutig, manchmal frech – vor allem ist ...

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