Baden-Württemberg

Pläne für zweite Corona-Welle sehen keinen landesweiten Lockdown vor

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Von Roland Muschel & Konstantin Görlich

Fr, 11. September 2020 um 19:45 Uhr

Südwest

Baden-Württemberg bekommt ein 3-Stufen-Konzept, um auf steigende Corona-Zahlen zu reagieren. Ein großer Lockdown ist nicht vorgesehen. Kommunen können aber über Stufe 3 hinausgehen.

Anders als im Frühjahr will Baden-Württembergs Regierung im Falle einer zweiten Corona-Infektionswelle auf landesweite Schließungen von Schulen, Kitas, Gaststätten oder Betrieben des Einzelhandels verzichten. Das geht aus einem Drei-Stufen-Konzept hervor, das der Badischen Zeitung vorliegt und am Dienstag vom Kabinett verabschiedet werden soll.

Demnach empfiehlt das Land in der Pandemiestufe 3 ("Kritische Phase") an Schulen das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung auch im Unterricht zur Pflicht zu machen. An Kitas wird in dem Fall ein "strenges Kohortenprinzip" angemahnt, Gaststätten sollen den Betrieb auf die Außengastronomie beschränken, im Einzelhandel die Anzahl der Personen eingeschränkt werden. Im Frühjahr waren landesweite Schließungen Teil der Strategie.

7-Tage-Inzidenz von 35 ist der Grenzwert

Die Pandemiestufe 3 tritt laut der Vorlage von Sozialminister Manfred Lucha (Grüne) ein, wenn landesweit der Schwellenwert von 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage überschritten wird. Dies ist nach BZ-Berechnungen aktuell in keinem Landkreis in Südbaden der Fall. Die meisten Kreise waren Ende April unter diese Marke gefallen – nach Höchstwerten von bis zu 130 Anfang April. Spitzenreiter ist aktuell der Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald, was auch an einem Ausbruch in einer Caritas-Einrichtung in Heitersheim liegt.

Nach Zahlen des Landesgesundheitsamtes wird der Grenzwert von 35 derzeit nirgendwo im Land überschritten. Jedoch hatten Ulm und Heidelberg noch vor einigen Tagen darüber gelegen – jedoch unter dem bisherigen Grenzwert von 50.

Derzeit würde laut Sozialministerium Stufe 1 ("stabile Phase") gelten, in der Stufe 2 ("Anstiegsphase") sieht das Papier erste weitergehende Einschränkungen in ausgewählten Bereichen vor. Zudem wird ein Katalog mit möglichen Maßnahmen vor gegeben. Unabhängig davon können lokal oder regional härtere Einschränkungen verfügt werden.