Platz für 50 neue Wohnungen in Tiengen

Juliane Schlichter

Von Juliane Schlichter

Fr, 26. Juni 2020

Waldshut-Tiengen

Der Gemeinderat der Doppelstadt stimmt dem Bebauungsplan Breitenfelder Straße zu.

. Grünes Licht hat der Gemeinderat Waldshut-Tiengen in seiner jüngsten Sitzung dem Bebauungsplan Breitenfelder Straße gegeben. Mit großer Mehrheit stimmten die Mitglieder zugunsten der Pläne des Investors Andreas Kohl, der seinen Dachdeckerbetrieb von dem 6000 Quadratmeter Areal östlich der Tiengener Innenstadt in ein Gewerbegebiet umsiedeln und auf der frei werdenden Fläche mehrere Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 50 Wohneinheiten errichten lassen will. Zuvor war der Tagesordnungspunkt im Bau- und Umweltausschuss vorberaten worden, wo der Freiburger Stadtplaner Stefan Läufer das Bauprojekt vorstellte und auf einen Teil der im Rahmen der Offenlage eingegangenen Stellungnahmen einging.

Wie berichtet, hatte eine Nachbarschaftsinitiative rund 100 Unterschriften gesammelt und der Stadtverwaltung über einen Anwalt ihre Einwendungen gegen den Bebauungsplan zukommen lassen. Die sechs Familien aus der Breitenfelder Straße und der Kapellenstraße störten sich unter anderem an der Höhe der vorgesehenen Wohnhäuser. Dazu merkte Stefan Läufer in der Sitzung des Bau -und Umweltausschusses an: "Wir haben gemerkt, das ist ein wunder Punkt." In der Folge seien einige der Gebäudehöhen "drastisch reduziert" worden – laut dem Stadtplaner bei manchen Häusern zwischen einem und eineinhalb Metern. Zudem sei bei dem Gebäude, das im Norden an Grundstücke der Kapellenstraße grenzt, das Attika-Geschoss zurückgesetzt worden. Stefan Läufer stellte im Bau- und Umweltausschuss eine Simulation vor, die zeigte, wie die Häuser der Anwohner rund um das geplante Wohngebiet je nach Tages- und Jahreszeit beschattet werden. "Selbst bei tiefstem Sonnenstand bekommen die Fassaden genug Licht", betonte der Stadtplaner. Läufer erinnerte daran, dass es im Nachgang zur Offenlage des Bebauungsplans Breitenfelder Straße in Tiengen freiwillige Bürgerinformationen gegeben habe. Der Stadtplaner betonte, dass die Unterschriftenliste, die am 20. März bei der Stadtverwaltung eingegangen war und damit nach Ablauf der Einwendungsfrist, bei den überarbeiteten Entwürfen berücksichtigt worden sei.

Eine der Stellungnahmen zum Bebauungsplan, die außer von Bürgern von Behörden, Naturschutzverbänden sowie Energie- und Telekommunikationsunternehmen eingingen, drehte sich um den Artenschutz. Der Verfasser äußerte Bedenken, dass Tiere wie Fledermäuse, Eidechsen und Blindschleichen durch die Wohnbebauung ihren Rückzugsort verlieren könnten. Läufer dazu: "Wir haben das Thema von Experten prüfen lassen." Diese hätten ausgeschlossen, dass es auf dem Gelände Winterquartiere gibt. Der Verlust von Tagesverstecken kann laut gutachterlicher Einschätzung in der Umgebung ausgeglichen werden.