Wehr

Polizei erschießt Schaf, das von einem Hund angegriffen worden war

Erika Bader

Von Erika Bader

Fr, 24. Januar 2020 um 18:30 Uhr

Wehr

Die Polizei musste in Wehr ein Schaf erschießen, nachdem dieses von einem Rottweiler verwundet worden war. Der Halter des Hundes ist dem Ordnungsamt bekannt.

Ein Schaf musste in Wehr von seinem Leid durch einen Schuss aus der Dienstwaffe eines Polizisten erlöst werden. Ein Hund hatte das Tier durch mehrere Bisse so stark verletzt, dass es erschossen werden musste. Wie die Polizei auf Nachfrage der Badischen Zeitung mitteilt, hatte sich dieser Vorfall bereits am Samstag, 4. Januar, zugetragen.

Laut Matthias Albicker, Pressesprecher der Polizei Waldshut, werden Polizisten so ausgebildet, dass sie im Akutfall durch einen Schuss ein Tier von seinem Leid erlösen können. Eine Anzeige ist der Polizei nicht anhängig, da es sich um keine Straftat, sondern um eine Ordnungswidrigkeit handelt. Damit liegt die Angelegenheit beim Ordnungsamt in Wehr.

Vorfall wird bearbeitet

Das Ordnungsamt prüft die Sache derzeit noch, man befinde sich allerdings erst am Anfang, um den Vorfall zu klären, so der Ordnungsamtsleiter Stefan Schmitz. Der Halter des Hundes ist dem Ordnungsamt bekannt. In der Vergangenheit war dieses schon mal bei ihm, weil zwei Hunde aneinandergeraten waren. Welcher Hund zuerst gebissen hatte, ließ sich damals allerdings nicht feststellen. Ob es sich dabei um den Hund gehandelt hat, der nun das Schaf verwundet hat, kann Schmitz nicht sagen, da der Halter mehrere Hunde besitzt und der Fall schon längere Zeit zurückliegt. Im Falle des verwundeten Schafes bestand für Menschen allerdings keine Gefahr, sagt der Ordnungsamtsleiter. Mehrere Zeugen hätten vor Ort berichtet, dass der Hund ohne Gefahr vom Schaf weggenommen werden konnte, erklärt der Ordnungsamtsleiter.

Rottweiler sind keine Kampfhunde

Bei dem Hund handelt es sich um einen Rottweiler – diese Hunderasse gilt in Baden-Württemberg nicht als Kampfhund. Damit ist auch kein Wesenstest für die Haltung eines Rottweilers notwendig. Dass ein Hund in Wehr als gefährlich gemeldet werde, passiert äußerst selten, erklärt Schmitz, er selbst erinnert sich an lediglich einen einzigen Fall.

In Baden-Württemberg gelten laut Polizeiverordnung des Innenministeriums und des Ministeriums Ländlicher Raum über das Halten gefährlicher Hunde drei Hunderassen als sogenannte Kampfhunde: American Staffordshire Terrier, Bullterrier und Pit Bull Terrier. Die Polizeiverordnung unterscheidet zwischen Kampfhunden und "gefährlichen Hunden".

Zu den sogenannten gefährlichen Hunden können unabhängig von ihrer Rasse, jene Tiere gezählt werden, die "aufgrund ihres Verhaltens die Annahme rechtfertigen, dass durch sie eine Gefahr für Leben und Gesundheit von Menschen oder Tieren besteht" – heißt es unter Paragraf zwei der Polizeiverordnung des Innenministeriums und des Ministeriums Ländlicher Raum über das Halten gefährlicher Hunde. Insbesondere Hunde, die bissig sind, Menschen oder Tiere in aggressiver Weise anspringen oder zum "unkontrollierten Hetzen oder Reißen von Wild oder Vieh oder anderen Tieren neigen", so heißt es in der Polizeiverordnung, können als gefährliche Hunde eingestuft werden.

Spezialist soll Hund prüfen

Im aktuellen Fall wird sich ein Spezialist den Hund anschauen, um zu sehen, ob das Tier möglicherweise impulsartig seinem Jagdtrieb gefolgt ist, oder eine größere Gefahr von dem Hund ausgeht, erklärt Schmitz. Wie der Hund an das Schaf rankam, ist bislang nicht bekannt, denn das Schaf – das mit mehreren anderen Schafen auf einer Wiese stand, befand sich auf einem umzäunten Nachbargrundstück. "Wie der Hund auf das Grundstück kam, hat keiner gesehen", sagt der Ordnungsamtsleiter. Wie hoch das Bußgeld für die Ordnungswidrigkeit ausfällt, kann Schmitz noch nicht sagen, da die Ermittlungen noch andauern.