Am Samstagnachmittag

Polizei schnappt mutmaßliche Fahrraddiebe nach Verfolgungsjagd vom Kinzigtal bis an die Grenze bei Sasbach

Martin Wendel

Von Martin Wendel

So, 07. August 2022 um 15:11 Uhr

Sasbach

Mit sieben Streifenwagen jagt die Polizei mutmaßliche Fahrraddiebe vom Kinzigtal bis an den Kaiserstuhl. Erst an der Grenze bei Sasbach ist Endstation für die Tatverdächtigen und ihren Transporter.

Eine Verfolgungsjagd vom Kinzigtal bis an die deutsch-französische Grenze bei Sasbach lieferten sich zwei mutmaßliche Fahrraddiebe mit der Polizei. Dabei setzten die Beamten sogar Schusswaffen ein. Am Grenzübergang nach Marckolsheim war Endstation für die jungen Männer mit ihrem Fiat-Transporter. Dabei rammten sie offenbar noch einen Streifenwagen, der ihnen die Fahrbahn versperrte. Am Sonntag wurden die Tatverdächtigen dem Haftrichter vorgeführt.

Zwei aufmerksame Zeuginnen

Dass der Polizei die beiden Tatverdächtigen letztlich ins Netz gingen, die in ihrem Fiat insgesamt sechs gestohlene hochwertige Fahrräder, unter anderem Pedelecs, transportierten, war zwei aufmerksamen Zeuginnen zu verdanken, teilte das Polizeipräsidium Offenburg am Sonntag mit.

Die erste Anruferin meldete sich am Samstag gegen 15.30 Uhr und teilte mit, dass zwei Männer im Bereich des Schwimmbades in Steinach drei Fahrräder in einen französischen Kombi laden würden. Kurz danach meldete eine weitere Zeugin, dass sich zuvor auch am Haslacher Freibad zwei Verdächtige an dort abgestellten Fahrrädern zu schaffen gemacht hatten. Die Polizeistreifen aus Haslach machten sich sofort auf den Weg und konnten den weißen Transporter auf der Fahrt Richtung Schweighausen feststellen und verfolgen. Der Fahrer des Wagens missachtete sowohl das Stoppsignal als auch das Martinshorn und setzte seine Fahrt unbeirrt fort.

Schüsse auf die Reifen des Fluchtfahrzeugs

Die Verfolgungsfahrt ging durch das Schuttertal über den Streitberg nach Kenzingen und weiter in Richtung Endingen. Mehrere Aktionen das Fahrzeug anzuhalten, waren ohne Gefährdung der eingesetzten Polizeistreifen nicht möglich. Inzwischen verfolgten Streifenwagen aus mehreren Polizeirevieren aus dem Bereich der Polizeipräsidien Offenburg und Freiburg die Flüchtigen.

Von Kenzingen ging es am nördlichen Kaiserstuhl entlang in Richtung Grenze. Am Ortseingang von Sasbach wollte die Polizei den Transporter mit einem ausgelegten "Stop Stick", einer Nagelsperre, stoppen, doch der Fiat-Fahrer wich aus, kam dabei kam von der Fahrbahn ab und fuhr sich in einem angrenzenden Acker fest. Als die Beamten auf das Fahrzeug zugingen, griffen die Reifen des Transporters wieder und der Fahrer fuhr wieder Richtung Straße und auf die Polizisten zu. Die beiden Beamten konnten sich durch einen Sprung zur Seite aus der Gefahrenzone retten und gaben dabei in der Folge Schüsse auf die Reifen des Fluchtfahrzeuges ab. Insgesamt waren sieben Streifenwagen an der Verfolgung beteiligt.

Polizei: Zwei junge Männer aus dem Kosovo

Bei dem Versuch, die Grenze in Richtung Marckolsheim zu erreichen, fuhren die beiden Männer noch frontal gegen einen Streifenwagen, konnten laut Polizei aber noch vor der Grenze festgenommen werden. Bei den Tatverdächtigen handelt es sich laut Auskunft von Pressesprecherin Karen Stürzel um zwei Männer im Alter von 19 und 24 Jahren aus dem Kosovo. Sie hatten in ihrem Transporter insgesamt sechs hochwertige Fahrräder, unter anderem Pedelecs, die zum Teil noch mit Originalschlössern gesichert waren. Der Schaden beläuft sich nach ersten Schätzungen auf mehrere Tausend Euro. Die Polizei geht aktuell davon aus, dass alle Räder gestohlen wurden und hat die Ermittlungen aufgenommen.

Der Haftrichter vom Amtsgericht Offenburg folgte am späten Sonntagnachmittag dem Antrag der Staatsanwaltschaft Offenburg und erließ gegen die tatverdächtigen Männer einen Haftbefehl. Sie wurden laut Mitteilung der Polizei im Anschluss in die Justizvollzugsanstalt eingeliefert.

Zusammenhänge mit weiteren ähnlichen Taten?

Inwieweit die Festgenommenen möglicherweise mit weiteren Taten in Zusammenhang stehen, wisse man noch nicht, so Karen Stürzel auf BZ-Nachfrage. Man stehe mit den Ermittlungen noch ganz am Anfang, werde diese aber ausweiten und mögliche Tatzusammenhänge mit anderen Dienststellen in der Region abklären.

Erst am Freitag hatte die Waldkircher Polizei nach ähnlichen Vorfällen vor Schwimmbädern und Bahnhöfen vor Raddieben gewarnt.

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