A-Staffel West

Potenzielle Kreisliga-Favoriten üben sich in Zurückhaltung

Mario Schmidt

Von Mario Schmidt

Mi, 14. August 2019 um 19:54 Uhr

Kreisliga Hochrhein

Endlich geht es wieder um Punkte in der Fußball-Kreisliga A. Doch vor dem Auftakt üben sich einige potenzielle Favoriten in Zurückhaltung. Die Lage der West-Staffel vor dem Saisonstart.

Der Hochsommer neigt sich langsam seinem Ende entgegen. Doch auf jedes Ende folgt ein Neuanfang – so auch im südbadischen Amateurfußball. Am Wochenende geht es für die Vereine der Kreisliga A West wieder um Punkte. Vor Saisonbeginn befinden sich einige Mannschaften noch in der Orientierungsphase.

Beispielsweise der Bezirksliga-Absteiger FC Wehr, dessen neuer Trainer Uwe Kraehling sein Team in einer Phase sieht "in der wir uns erstmal in der neuen Liga etablieren wollen, bevor wir irgendwelche Platzierungen ausgeben". Früh in der vergangenen Rückrunde hatte sich der Abstieg aus der Bezirksliga nach fünf Jahren abgezeichnet, das Ende der Trainerära von Michael Schenker stand seit Februar fest. Nun hat der 55-jährige Kraehling das Zepter beim FCW in der Hand. In der Vorsaison habe man zu viele Gegentore kassiert, weshalb Kraehlings Marschroute lautet: "Den Gegner durch Ballbesitzfußball vom eigenen Tor weghalten und durch Ballgewinne in der gegnerischen Hälfte mehr Tore zu erzielen."

Nicht nur auf Wehrer Seite schlägt man vor dem Auftakt vorsichtige Töne an. Auch aus den Reihen des Vizemeisters TuS Lörrach-Stetten ist Zurückhaltung zu vernehmen. Eine herausragende Saison, in der man mit 115:24 Toren sowohl die stärkste Offensive als auch die beste Verteidigung der Liga stellte, endete mit dem erneuten Scheitern in den Aufstiegsspielen. So möchte man beim TuS nicht direkt vom Aufstieg reden, sondern "gut in die Saison starten und abwarten, wie die ersten Spiele verlaufen", so Co-Trainer Adrian Theimer. Der Favoritenrolle ist man sich beim Vizemeister bewusst, "aber wichtige Spieler wie Arjenit Gashi, Nikolaj Tarasenko und Michael Stammler haben den Verein verlassen. Das gilt es zu kompensieren", verweist der Assistent von Chefcoach Sascha Müller auf die Abgänge von letztjährigen Leistungsträgern.

Rückt der FC Steinen-Höllstein näher an die Spitze?

Dennoch überwiegt nach einer kurzen, aber zufriedenstellenden Vorbereitung die Zuversicht bei Theimer: "Wir haben eine gute Mannschaft, mit der wir den gleichen Fußball spielen werden, wie wir es vergangene Saison getan haben." Und das "hat ja relativ gut geklappt".

Mit der Verbandsliga-Reserve des SV Weil und dem FC Steinen-Höllstein werden zwei weitere Teams zum Kreis der Aufstiegskandidaten gezählt. Steinens Trainer Oguz Dogan prophezeit allgemein "eine schwierige Saison in einer ausgeglichenen Liga, in der sich einiges tut". Von seiner Mannschaft erwartet er aber, "dass wir wieder ganz oben mitspielen und den Abstand zur Spitze enger halten werden als vergangene Runde".

Als Bewerber für einen Platz im oberen Tabellendrittel gelten – ähnlich zur Platzierung der Vorsaison – der TuS Kleines Wiesental, SV Liel-Niedereggenen und FC Hausen. Ebenfalls für eine Überraschung könnte der SV Schopfheim gut sein, der sich nach Dogans Einschätzung "fußballerisch weiterentwickelt hat und eine gute Rolle spielen wird".

Frischer Wind beim SV Todtnau

Zwei der vielen, spannenden Fragen vor der Saison: Ob sich der FC Hauingen und der FC Huttingen nach oben orientieren können, und in welche Tabellenregion sich der FV Degerfelden bewegen wird? Den nervenaufreibenden Abstiegskampf vermeiden möchte diesmal der SV Todtnau. Frank Ullmann hält einen guten Saisonstart für essenziell, "um eine entspanntere Runde als vergangenes Jahr spielen zu können", so der neue Todtnauer Trainer. Für frischen Wind sollen beim SVT die Eigengewächse sorgen: "Wir haben keine externen Neuzugänge verpflichtet, sondern uns bewusst dazu entschieden, mit einem breiten Kader, verstärkt durch letztjährige Spieler der zweiten Mannschaft, für ein neues Klima zu sorgen", erklärt Ullmann.

Für den FV Lörrach-Brombach III zählt, nachdem die beiden Reserveteams zusammengelegt wurden, nur der Klassenerhalt. Dieses Primärziel verfolgen auch die Aufsteiger SF Schliengen, SV Eichsel und TuS Binzen. Während sich Schliengen und Eichsel via Meisterschaft die Rückkehr in die A-Klasse sicherten, nahm Binzen den Umweg über die Aufstiegsspiele. Eine Etage höher setzt der TuS auf seine Jugend und einzelne Routiniers wie Torjäger Christof Heinzmann. "Wir wissen noch nicht genau, wo wir stehen, aber ich habe großes Vertrauen in meine junge Mannschaft. Alle sind motiviert und der Zusammenhalt ist unser großes Plus", sagt Neu-Trainer Karl-Frieder Sütterlin, der anfügt: "Für die Aufsteiger geht es nur um den Klassenerhalt – das liegt auf der Hand. Trotzdem wollen wir versuchen, unsere Art, Fußball zu spielen, durchzusetzen."

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