Experiment in Basel

Mogeln beim Preis einer Weinflasche lohnt sich für den Gastgeber

sda

Von sda

Mo, 15. März 2021 um 12:59 Uhr

Panorama

Trinken Menschen vermeintlich teuren Wein, schätzen sie das Geschmackserlebnis als höher ein. Zu diesem Schluss kommen Forschende der Uni Basel. Grundlage hierfür war ein Experiment.

Mogeln beim Preis einer Weinflasche lohnt sich für den Gastgeber: Trinken Menschen vermeintlich teuren Wein, schätzen sie das Geschmackserlebnis als höher ein. Das berichten Forschende der Universität Basel im Fachmagazin "Food Quality and Preference". Das Team führte ein Experiment mit 140 Laien durch, das während der "Uni-Nacht" der Universität stattgefunden hat. Dabei durften die Teilnehmenden drei italienische Rotweine aus unterschiedlichen Preissegmenten kosten: Der billigste Wein kostete zehn Franken, der mittlere 32,der teuerste 65 Franken.

Die Probanden erhielten jeweils sechs Gläser: Drei enthielten jeweils einen der drei Rotweine ohne Preisschild. In ein Glas schenkten sie ihnen den 32 Franken teuren Rotwein mit Preisschild ein. In einem Glas erhielten sie entweder den billigen Wein mit dem wahren oder einem falschen, viermal höheren Preis. Im letzten Weinglas befand sich der teure Wein, wiederum versehen entweder mit dem richtigen oder aber viermal zu tiefen Preis. Danach wurden die Weine bewertet.

Überraschendes zeigte sich bei den Täuschungsmanövern

In den Tests ohne Preisschilder bewerteten die Teilnehmenden alle Weine als etwa gleich angenehm. Allerdings erhielt die Geschmacksintensität eine umso bessere Note, desto teurer der Wein war. Überraschendes zeigte sich bei den Täuschungsmanövern: Der tatsächlich nur zehn Franken teure Rotwein wurde besser bewertet als der Wein von 32 Franken, wenn den Teilnehmenden das 40-Franken-Preisschild gezeigt wurde. Hingegen verlor der teure Wein für 65 Franken nicht an Beliebtheit, wenn sein Preis auf 16 Franken hinuntergesetzt wurde. Es sei wichtig, dass sich Weintrinker dieser Effekte beim Kauf oder der Bewertung von Weinen bewusst seien, schreiben die Forschenden. Denn Weinhändler könnten daraus natürlich Profit schlagen.