Provisorische Lösung in Sicht

Victoria Langelott

Von Victoria Langelott

Fr, 02. August 2019

Efringen-Kirchen

Landratsamt ist mit den vom Ortsbaumeister vorgesehenen Maßnahmen einverstanden, damit wäre das Gebäude bald wieder nutzbar.

EFRINGEN-KIRCHEN. Im Konflikt um die Nutzung des früheren TuS-Heims in Efringen-Kirchen ist Land in Sicht. Wie Ortsbaumeister Klaus Lehmeyer erläuterte, könnten die Räume in wenigen Wochen wieder benutzbar sein. Im Mai hatte das Landratsamt der Gemeinde Efringen-Kirchen aus Brandschutzgründen die Nutzung des alten TuS-Heims untersagt. Daraufhin hatte sich der Ortsbaumeister um eine provisorische Lösung bemüht, das Landratsamt zeigt sich damit einverstanden.

Wenn alles klappt, könnten die Räume nach den nun nötigen Umbauten im September wieder zur Verfügung stehen. Wichtig ist die Nachricht vor allem für die Feuerwehr Efringen-Kirchen, die derzeit keine eigenen Kameradschaftsräume hat und auf diese Räume angewiesen ist. Die Feuerwehr habe sich auch bereiterklärt, berichtet Klaus Lehmeyer, bei den Umbauarbeiten anzupacken. Ebenso werde der Gemeindewerkhof eingesetzt. Ziel sei es, die Kosten so gering wie möglich zu halten, auch die fürs Material. "Schließlich handelt es sich ja nur um ein Provisorium", so der Ortsbaumeister.

Nach der Nutzungsuntersagung des Landratsamts Lörrach hatte sich Lehmeyer intensiv um Abhilfe bemüht. "Am Dienstag hat das Landratsamt nun per Mail bestätigt, dass es mit der von ausgearbeiteten Konzeption einverstanden ist," berichtet er. Sobald die Umbauten vollzogen seien, könne man wieder ins Gebäude.

Durchbruch und Treppengerüst sollen Fluchtwege sichern

Das Konzept des Provisoriums sieht vor, wie Lehmeyer erklärt, dass am Giebel im Obergeschoss des Heims zum Kinderhaus hin ein Fenster herausgebrochen und eine Notausgangstür eingebaut wird. Von dort soll eine angedübelte Baugerüsttreppe nach unten führen, so würde die Forderung nach einem zweiten Fluchtweg vom oberen Stockwerk als Ergänzung zum Treppenhaus erfüllt. Im Obergeschoss liegen der von der Feuerwehr genutzte Jugend- und Kameradschaftsraum, dazwischen eine Küche mit Durchreiche. Diese Durchreiche werde aufgebrochen, so Lehmeyer, sodass eine Türöffnung entsteht. Damit werde sichergestellt, das von allen oberen Räumen im Notfall die Flucht unabhängig vom Treppenhaus garantiert ist. Die Türen zu den Räumen seien bereits rauchdicht ausgeführt. Unten im Erdgeschoss am Treppenaufgang werde in Leichtbauweise noch eine Feuerschutztür eingebaut, die einem eventuellen Feuer im Erdgeschoss 30 Minuten standhalten würde. Zudem sollen im Treppenhaus funkvernetzte Rauchmelder installiert werden, die ein eventuell unten ausgebrochenes Feuer umgehend per Alarm meldet.

Lehmeyer ist erleichtert, dass die Behörde mit den Vorschlägen einverstanden ist. "Es gab mit dem Landratsamt sehr konstruktive Gespräche". In etwa vier Wochen könnte alles fertig sein, meint er. Alles sei gut vorbereitet, die Arbeiten könnten zügig vonstatten gehen.

Und wie geht es weiter mit dem Gebäude?

Wie es dann mit dem TuS-Heim an sich weitergeht, dafür hat Lehmeyer zwei Alternativen, die er dem Gemeinderat nach der Sommerpause vorstellen will. Die eine Möglichkeit sei die Grundsanierung des Heims, womit man freilich in einem hohen sechsstelligen Bereich komme. Die andere Variante wären Abriss und Neubau in Stahlständerkonstruktion. Ein Stahlbauer sei mit einem Vorschlag plus Kostenschätzung beauftragt. Im Erdgeschoss solle das Jugendzentrum seinen Platz finden, im Obergeschoss wären Versammlungsräume, die die Feuerwehr nutzen könnte, so lange sie diese braucht. Die Räume würden flexibel und leicht umbaubar für spätere Zwecke gestaltet. Auch Räume für die Schulsozialarbeit sollen vorgesehen werden. Ein neues Gebäude hätte ein Pultdach, so Lehmeyer. Ein neues, aber auch ein saniertes Gebäude könnten Ende 2020 zur Verfügung stehen, sagt er. Entscheidend dafür sei aber, wie er betont, wie der Gemeinderat entscheidet.