Fußball

Racing Straßburg will die Gunst der Stunde nutzen

Peter Cleiß

Von Peter Cleiß

Do, 25. Juli 2019 um 11:04 Uhr

Fussball International

Am Donnerstag feiert Racing die Rückkehr auf die europäische Fußballbühne. Jetzt steht Konsolidierung auf dem Plan.

2011 hinab in die Oberliga, 2019 zurück im europäischen Wettbewerb – der Straßburger Fußball-ICE rast mit Höchsttempo durch die französische Fußballwelt und setzte in den zurückliegenden Jahren einen Superlativ hinter den anderen. Aufstieg folgte auf Aufstieg. Als Racing im Sommer 2017 endlich in der Ligue 1 zurückgekehrt war, folgte in der vergangenen Saison sogar noch der Gewinn im Liga-Pokal und die damit verbundene Qualifikation für die zweite Qualifizierungsrunde in der Europa-League.

Am Donnerstagabend feiert Racing damit die Rückkehr auf die europäische Fußballbühne. Um 20.45 Uhr empfangen die Elsässer im Meinau-Stadion das israelische Team von Maccabi Haifa. Haifa hat sich in der ersten Runde gegen den slowenischen Vertreter NC Mura durchgesetzt. Mit einem Heimsieg hofft man bei Racing darauf, sich eine gute Ausgangsbasis für das Rückspiel am 1. August in Haifa zu verschaffen und so den Sprung in die dritte Qualifikationsrunde zu erreichen. Angesichts dieser frühen Ernstfall-Spiele will man beim elsässischen Profi-Club die Gunst der Stunde nutzen und strebt für die neue Saison 2019/2020 einen Konsolidierungskurs an. Um nicht eine längere Einspiel-Phase einer stark veränderten Mannschaft zu riskieren, hat man sich im Sommer 2019 entschieden, die Mannschaft nur auf wenigen Positionen zu verändern.

Geld aus der Europa-League hilft, begehrte Kicker zu halten

Mit den jeweils schon über 30 Jahre alten Anthony Goncalves (SM Caen) und Pablo Martinez (Olympique Nimes) hat man zwar zwei Stützen der letztjährigen Mannschaft verloren, aber diese konnten mit den jungen Alexandre Djiku (bisher SM Caen) und Jeanricner Bellegarde (RC Lens) ersetzt werden. Darüber hinaus haben mit Idriss Saadi (Leihgabe an Cercle Bruges / Belgien) und Yoanne Salmier (ES Troyes) zwei weitere Spieler den Club verlassen, die in der zurückliegenden Saison jedoch keine Rolle mehr bei Racing gespielt hatten. In ihrer Stelle rücken Mohamed Simakan, Adrien Lebeau und Ivann Botella rückend drei Talente aus der Racing-Nachwuchsmannschaft in den Profikader auf. Allen dreien traut man eine Entwicklung zu wie sie im letzten Jahr bei Anthony Caci, Youssouf Fofana und Kevin Zohi zu beobachten war. Sollte der Sprung in die Gruppenphase der Europa-League und die damit verbundenen zusätzlichen Einnahmen in einer Größenordnung von rund drei Millionen Euro nicht gelingen, könnte das Werben in- und ausländischer Konkurrenten um Ludovic Ajorque und Kenny Lala doch noch für Last-Minute-Änderungen sorgen.

Ohnehin kommt ein Verkauf der beiden noch an Racing gebundenen Spieler nur in Frage, wenn ein Angebot in entsprechender Größenordnung dem vorliegt. Zumindest für die Europa-League-Spiele aber dürften Kaderveränderungen sich nicht mehr ereignen.

Sämtliche Vorbereitungsspiele hat Racing gewonnen

Dass die Mannschaft für die neue Saison schon weitgehend eingespielt ist, hat sie eindrücklich unter Beweis gestellt. Sämtliche Vorbereitungsspiel wurde gewonnen. Darunter waren mit Zürich, Lüttich und Toulouse immerhin auch Gegner, die mit Racing durchaus konkurrieren können.

Gegen Haifa wird man sehen, ob dies auch schon für den Ernstfall reicht. Erneut haben rund 19 300 Zuschauer eine Dauerkarte erworben, so dass in den allermeisten Heimspielen mit einem ausverkauften Meinau-Stadion gerechnet werden kann. Sogar noch weit mehr Dauerkarten hätte der Club verkaufen können, aber mit Blick auf die anstehende Umbauphase im Stadion wurde ein Schlussstrich gezogen.

Parallel zu der neuen Saison starten im Hintergrund die Vorbereitungen für den 100-Millionen Euro teuren Stadionumbau. Zumindest phasenweise wird dies auch zum Wegfall einiger tausend Plätze führen, die schon jetzt nicht mehr per Dauerkarte verkauft wurden.

Trotzdem wird die Kulisse gewaltig sein, wenn am 11. August ausgerechnet gegen den Wiederaufsteiger aus der Nachbarschaft, den FC Metz, der Startschuss zur französischen Meisterschaftsrunde fällt.

Zugänge: Alexandre Djiku (SM Caen), Jeanrincer Bellegarde (RC Lens), Adrien Lebeau (eigene Jugend), Ivann Botella (eigene Jugend).
Abgänge: Idriss Saadi (Leihgabe an Cercle Bruges / Belgien), Yoanne Salmier (ES Troyes), Anthnoy Goncalves (SM Caen), Pablo Martinez ( Nimes ).
Trainer: Thierry Laurey (seit 1. Juli 2016).
Co-Trainer: Fabien Lefevre (seit 1. Juli 2016)