Gemeinderatsitzung

Rätin verteidigt Corona-Protest mit Kinderschuhen in Ettenheim

Klaus Schade

Von Klaus Schade

Fr, 30. April 2021 um 12:00 Uhr

Ettenheim

Die Ettenheimer Gemeinderätin Beate Weber hat im Gemeinderat ihr Verhalten bei der Kinderschuhaktion gerechtfertigt. Bürgermeister Bruno Metz richtete deutliche Wort an sie.

Beate Weber, Gemeinderätin der Freien Liste Ettenheim und Stellvertreterin des Bürgermeisters, rechtfertigte in der Sitzung am Dienstag ihre Teilnahme an der umstrittenen Kinderschuhaktion am 1. April (die BZ berichtete, nachzulesen online unter http:// mehr.bz/0204kinderschuh).

Bürgermeister forderte schon nach der Aktion zu einer Stellungnahme auf

Wie Beate Weber erläuterte, habe sie von der geplanten Kinderschuhaktion vor dem Rathaus erfahren und sei "aus Interesse hingegangen". Weber verteidigte die Initiative, die wegen ihrer Symbolik, die Bezüge zum Nationalsozialismus hat, auf heftige Kritik gestoßen war, als "Ausdruck demokratischen Verhaltens vor allem jüngerer Leute, die sich für eine Sache einsetzen". Dass sie das Zeichen der Kinderschuhe gewählt haben, "da haben die sich sicherlich gar nichts dabei gedacht", so Weber. Man könne solche belastete Symbolik nicht über Generationen hinweg mit sich rumschleppen, betonte Beate Weber.

Bürgermeister Bruno Metz, der Beate Weber offenbar schon nach der Aktion zu einer Stellungnahme ihres Verhaltens bei der Veranstaltung aufgefordert hatte, war da anderer Meinung. In den Internetseiten, die auf die Veranstaltung hinwiesen, sei der Bezug zum Gedankengut in jener belasteten Zeit der deutschen Geschichte klar erkennbar gewesen, erklärte Metz in seiner Replik.

Fraktionskollegin unterbindet weitere Ausführungen von Beate Weber

Vor allem aber hätte er von Weber als Vertreterin des Bürgermeistes – wenn in diesem Fall auch nicht in offizieller Mission – erwartet, dass sie die Teilnehmer zur Einhaltung der Corona-Vorschriften aufgefordert hätte. Da hätten Leute Arm in Arm gestanden, ohne Masken zu tragen, das verstoße klar gegen die Verordnungen. "Das geht gar nicht", so Bruno Metz. Die Unwissenheit, die Beate Weber ins Feld führte, könne er als Entschuldigung nicht gelten lassen.

Beate Webers Versuch zu weiteren Ausführungen unterband eine Fraktionskollegin. Auch Bruno Metz beendete danach die weitere Aussprache zu diesem Thema.