Hohes Unfallrisiko

Was man bei Müdigkeit am Steuer auf keinen Fall tun sollte

Holger Holzer (SP-X)

Von Holger Holzer (SP-X)

So, 14. Juli 2019 um 08:00 Uhr

Auto & Mobilität

Wer nachts auf leeren Straßen fährt, kommt schneller voran. Doch die Gefahr, am Steuer einzuschlafen, ist hoch. Wer wach bleiben will, sollte deshalb nicht falschen Helfern wie Kaffee vertrauen.

Eine längere Autofahrt in der Nacht oder am frühen Morgen zu starten, kann für das entspannte Durchkommen von Vorteil sein. Oder man fährt, obwohl man schon lange unterwegs ist, in den Abend und die Nacht hinein. Doch damit steigt auch die Gefahr von Müdigkeit am Steuer. Wer wach bleiben will, sollte nicht falschen Helfern vertrauen.

Übermüdung zählt Experten zufolge zu den häufigsten Unfallursachen beim Autofahren. Müdigkeit schränkt den Fahrer demnach ähnlich stark ein wir Alkohol. Doch gerade routinierte Autofahrer überschätzen sich in dieser Hinsicht.

Viele Autofahrer sind überzeugt, zu merken, wenn sie einschlafen. Richtig ist aber, dass man die Müdigkeit bemerkt, nicht jedoch das Einschlafen selbst. Wer müde ist, schläft irgendwann ein. Der Zeitpunkt lässt sich nicht vorhersagen, es passiert plötzlich.

Akute Warnzeichen sind häufiges Gähnen, plötzliches Frösteln und ein starkes Bewegungsbedürfnis. Fallen dem Fahrer die Augen zu, erschrickt er sich plötzlich. Macht er ruckartige, unwillkürliche Kopfbewegungen, war er bereits im Sekundenschlaf.

Zwischen 2 und 5 Uhr morgens sollte man besser nicht Auto fahren

Wird die Fahrt entgegen der inneren Uhr angetreten, ist die Gefahr von Übermüdung besonders groß: Zwischen zwei und fünf Uhr morgens und am Nachmittag gegen 14 Uhr befindet sich der Mensch in einem biologischen Tief.

Auch am Abend zu starten und auf relativ leerer Autobahn durch die Nacht zu fahren, kann besonders belastend sein: Wer sich – beispielsweise nach einem langen Arbeitstag – schon übermüdet ans Steuer setzt, kann sich schlechter konzentrieren und reagiert deutlich langsamer als in ausgeschlafenem Zustand. Selbst bei geringem Schlafdefizit ist es am besten, sich vor längeren Fahrten hinzulegen und erst zu starten, wenn man sich ausgeruht und wach fühlt. Sonst ist die Unfallgefahr zu groß, warnt der ADAC.

Kaffee, Energy Drings und offene Fenster helfen kaum

Wer trotz allem von Müdigkeit überwältigt wird, sollte die passenden Gegenmaßnahmen kennen. Gegen die Erschöpfung bei einem kurzen Halt am Rastplatz einen Kaffee oder einen Energy Drink zu trinken, um dann sofort weiterzufahren, macht nicht wirklich fit.

Mal davon abgesehen, dass es 20 bis 30 Minuten dauert, bis das Koffein im Körper wirkt, kann es die Aufmerksamkeit nur kurzfristig erhöhen.

Auch das Fenster zu öffnen oder die Musik laut aufzudrehen hilft nur bedingt: Diese Maßnahmen machen für kurze Zeit fitter. Es besteht aber die Gefahr, dabei noch mehr zu unterschätzen, wie müde man wirklich ist. Um fit zu bleiben, empfehlen sich regelmäßige Pausen alle zwei Stunden. Wer müde ist, macht ein kleines Nickerchen. Etwas Bewegung im Freien bringt den Kreislauf auf Touren und erhöht die Sauerstoffaufnahme.

Sind Beifahrer an Bord, kann auch ein Fahrerwechsel sinnvoll sein. Dies geht aber nur, wenn die anderen fit und wacher sind als der Fahrer.