Mental fit bleiben mit den "acht S"

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Von bex

Sa, 01. Februar 2020

Beruf & Karriere

BZ-GASTBEITRAG VON KIRSTEN SUSANNE ANDRÄ (FREIBURG):Tipps, wie das Gehirn in jeder Lebensphase aktiviert werden kann.

Gehirnfitness für Einsteiger lässt sich auf die einfache Formel bringen: Laufen, Lernen, Interesse, richtig Essen und Entstressen. Aber es gibt zum Teil weniger bekannte Faktoren für mentale Fitness bis ins hohe Alter, nämlich die acht S:

Selbstvertrauen

Selbstvertrauen bedeutet, auf die vorhandenen mentalen Stärken zu schauen und sich Schwächen zu verzeihen, wie man sie auch Anderen verzeiht. Dazu haben Menschen jenseits der Lebensmitte meist mehr Grund, als sie ahnen: Selbst wenn das Namensgedächtnis etwas nachlässt und die Reaktionsgeschwindigkeit abnimmt, heißt das noch lange nicht, dass das Gehirn auf dem absteigenden Ast wäre. Urteilsfähigkeit, Wortschatz, die Gabe, Zusammenhänge herzustellen oder Unstimmigkeiten, etwa in einer Argumentation, zu entlarven, nehmen zu, vorausgesetzt, man bleibt geistig aktiv. Dieses Selbstvertrauen gilt es nun wieder zu entdecken und zu stärken, denn wir werden, was wir glauben, zu sein, im Guten wie im Schlechten.

Wer beispielsweise überzeugt ist, zu alt zum Lernen zu sein, wird ebenso recht behalten, wie der Gleichaltrige, der zu einem neuen Instrument greift mit der Erwartung, dies in ein paar Jahren ganz passabel spielen zu können.

Stärken wahrnehmen

Stärken bewusst wahrzunehmen und geduldig weiter zu entwickeln ist sowohl Ursache als auch Folge von Selbstvertrauen. Lebenserfahrene Menschen haben ihre eigenen, ganz spezifischen mentalen Stärken. Es lohnt sich, diese kennen zu lernen. Denn wer nicht weiß, welches Potenzial in ihm steckt, wird dies nie realisieren und umgekehrt.

Sinnerleben

Sinnerleben ist ein Faktor, der besonders ältere Menschen motiviert, ihr geistiges Potenzial zu entfalten. Je kürzer die verbleibende Lebenszeit, desto wichtiger wird die erlebte Qualität.

Struktur

Struktur ist eine wichtige Zutat für geistige Fitness im reiferen Alter. Dazu zählt die Strukturierung der Zeit als auch der Informationen und vorhandenen Wissensbausteine: Wer zur richtigen Zeit, also in Harmonie mit der eigenen Leistungskurve, bestimmte geistige Tätigkeiten ausführt, ist erfolgreicher. Strukturen wie Mindmaps helfen dabei, bereits gespeichertes Wissen und neue Ideen sinnvoll miteinander zu verknüpfen und damit optimale Ergebnisse zu erzielen. Je größer der Erfahrungsschatz, desto wirksamer unterstützen diese Methoden den Zugriff auf die geistigen Schätze.

Sechszehn Stunden

Wer seine körperlichen Voraussetzungen optimieren möchte, kann dies etwa mit dem Sechzehnstundenfasten (Intervallfasten) effektiv tun. Während dieser sechzehnstündigen Nahrungskarenz über Nacht und während eines Teils des Tages werden Botenstoffe ausgeschüttet, die anscheinend eine für Körper und Geist erfrischende und verjüngende Wirkung haben.

Sauerstoff

Sauerstoff gehört zu den körperlichen Grundlagen für ein leistungsfähiges Gehirn bis ins hohe Alter. Daher sind viel Bewegung im Freien und ein gut gelüftetes Büro kein Luxus. Wer mag, kann bestimmte Atemübungen hinzu nehmen, die die Sauerstoffaufnahme des Organismus und damit des Gehirns erhöhen.

Supersinn

Supersinn nennen Experten den Tastsinn. Studien deuten darauf hin, dass Dinge, die wir darüber erfahren, deutlich länger im Gedächtnis bleiben, als andere. Taktiles Begreifen und Learning-by-doing ist in jedem Alter ein Plus. Selbst wenn wir nur die Katze streicheln, werden durch den Tastsinn Gehirnareale stimuliert, die zugleich für Lernprozesse zuständig sind.

Smartphone

Noch einen Vorteil hat die ältere Generation in puncto Gehirnleistung. Ein Gerät, das einer Studie zufolge durch seine bloße Präsenz mentale Leistungen schmälert, weil es Aufmerksamkeit bindet, kommt seltener auf den Tisch: das Smartphone. Wer im Büro nicht darauf verzichten kann oder mag, tut gut daran, es bei komplexen Aufgaben nicht nur stumm zu schalten, sondern in einer Schublade verschwinden zu lassen.