MIT GEWINN LEBEN: Wenn die Ehe zerbricht

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Sa, 25. Juli 2020

Geld & Finanzen

Die verschiedenen Arten, Ansprüche auszugleichen .

Lässt sich ein Ehepaar scheiden, geht es auch um die Rentenansprüche: Sie werden bei einer Scheidung aufgeteilt. Und zwar die, die beide während ihrer gemeinsamen Ehe erworben haben. Variante 1: der Versorgungsausgleich. Die Ex-Eheleute teilen ihre Rentenansprüche bei der Scheidung. Konkret kann das so aussehen: Der Ehemann hat während der Ehe 30 Rentenpunkte auf seinem Konto gesammelt. Multipliziert mit dem in den alten Bundesländern gültigen Wert eines Entgeltpunktes in Höhe von 34,19 Euro (Stand 2020) ergeben sich 1025,70 Euro, die ihm als Rentner zustehen. Seine betriebliche Altersvorsorge ist zum Zeitpunkt der Scheidung 30 000 Euro wert. Durch den Versorgungsausgleich muss der Mann 12 Rentenpunkte an seine Ex-Frau abgeben. Sie hat sich hauptsächlich um Haushalt und Kinder gekümmert, war nur teilweise berufstätig und hat lediglich 6 Entgeltpunkte auf ihrem Rentenkonto ansammeln können. Mit den 12 Rentenpunkten ihres Ex-Mannes besitzt sie nun 18 Entgeltpunkte, genau wie er. Zudem bekommt sie die Hälfte seiner Betriebsrente im Wert von 15 000 Euro. Die Aufteilung der Rentenansprüche ist steuerfrei.
Variante 2: Der Ex-Mann zahlt seine Ex-Frau aus. Er zahlt also eine Summe und muss seine spätere Rente nicht teilen. Diese Ausgleichszahlung ist allerdings nicht steuerfrei und etwas kompliziert – Betroffene sollten sich steuerlich beraten lassen, um alle Steuervorteile ausschöpfen zu können, die ihnen zustehen.

Jörg Strötzel ist Steuerberater und
Vorstandsvorsitzender der Vereinigten
Lohnsteuerhilfe (VLH). Sie erstellt für
Mitglieder die Einkommensteuererklärung. Beratungsstellen: http://www.vlh.de