Verbraucher

Post macht Preiserhöhung für Pakete rückgängig

Larissa Schwedes

Von Larissa Schwedes (dpa)

Mi, 05. Februar 2020 um 17:38 Uhr

Geld & Finanzen

Um Pakete zu verschicken, muss man als Kunde bei der Post seit Jahresbeginn mehr Geld auf die Theke legen. Zu viel, findet die Bundesnetzagentur. Nun gibt die Post klein bei.

Gerade erst hat die Post ihre Paketpreise erhöht – und zur allgemeinen Verblüffung nun wieder gesenkt. Vom 1. Mai an soll alles sein wie bisher, also wie bis vor rund einem Monat.

Die Nachricht der Deutschen Post am Mittwoch überraschte selbst Kenner der Branche. Wer das Hin und Her verstehen will, muss etwas tiefer hineinblicken in einen Konflikt zwischen der Bundesnetzagentur und dem Bonner Konzern.

"Das ist schon eine ziemliche Klatsche für die Post." Reinhard Houben
Denn eine der Aufgaben der Regulierungsbehörde ist es aufzupassen, dass der gelbe Riese in seiner marktbeherrschenden Position nicht übermütig wird. Allen Bedenken zum Trotz hatte die Post jedoch zum Jahreswechsel von Privatkunden mehr Geld für das Verschicken von Paketen verlangt. Personal und Transport würden schließlich nicht billiger, so die Begründung des Konzerns.

Nun also der Rückwärtssalto. "Das ist schon eine ziemliche Klatsche für die Post", meint der wirtschaftspolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Reinhard Houben. Die Post beugt sich mit ihrer Ankündigung nämlich dem Druck der Netzagentur, die in der vergangenen Woche offiziell ein Verfahren gegen den Konzern eröffnet hat, weil sie die neuen Preise für zu hoch hielt. Sie würden die tatsächlich anfallenden Kosten übersteigen – und könnten deshalb von der Post im Sinne des Wettbewerbs nicht verlangt werden. Auf dem Paketmarkt hat die Post einen Marktanteil von 70 Prozent, Wettbewerber sind etwa Hermes oder DPD. Das Verfahren sei nun "gegenstandslos" und werde eingestellt, sagte ein Sprecher der Netzagentur am Mittwoch.

Die Kehrtwende der Post ist jedoch kein Eingeständnis des Unrechts, sondern reiner Pragmatismus: "Wenn wir das Verfahren zu Ende geführt hätten, hätte es noch Jahre gedauert, bis wir eine Entscheidung bekommen hätten", sagte ein Post-Sprecher.

Bald wieder 4,50 Euro statt 4,79 Euro

Der FDP-Politiker Houben merkt an, dass es sich bei diesem Fall bemerkbar mache, dass der Wettbewerb durchaus eine Rolle spiele: "Wenn ein bisschen mehr Wettbewerb da ist, können die Preise nicht so leicht erhöht werden. Ich wäre froh, wenn es diesen Wettbewerb auch bei Briefen gäbe." Bei den Briefsendungen ist die Post Fast-Monopolistin – ihr Marktanteil liegt bei etwa 86 Prozent.

Im Schnitt verlangt die Post seit Januar rund drei Prozent mehr für die Sendungen ihrer Kunden: Der Preis für ein bis zu zwei Kilo schweres, mittelgroßes Päckchen innerhalb Deutschlands wurde von 4,50 Euro auf 4,79 Euro angehoben. Der Versand eines 10-Kilo-Pakets verteuerte sich um einen Euro auf 10,49 Euro.

Wer online frankiert, kommt günstiger weg

Ein besonderer Dorn im Auge war der Netzagentur auch, dass Kunden, die ihre Päckchen online frankieren, deutlich günstiger wegkamen als jene am Schalter. Diesen Unterschied gab es schon zuvor und wird es somit auch weiter geben, allerdings in schwächerer Form. Beim mittelgroßen Päckchen ist die Online-Frankierung gerade einmal 11 Cent günstiger.

Ab Anfang Mai verlangt die Post vom Kunden also wieder genauso viel wie noch im Dezember, als er seine Weihnachtspäckchen aufgab. Das Datum erklärt das Unternehmen damit, dass IT-Systeme und Infos für die Kunden erst wieder auf die alten Beträge angepasst werden müssten – und das an Zigtausenden Standorten.

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