Rückzugsort und Wertanlage

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Sa, 04. Juli 2020

Haus & Garten

Kriterien für den Erwerb einer Urlaubsimmobilie.

Wer Urlaub plant, würde diesen nach den diesjährigen Corona-Erfahrungen vielleicht am liebsten in einer Ferienwohnung oder einem Ferienhaus verbringen. Das hat die Hochschule Fresenius in einer Online-Umfrage herausgefunden. Wer dauerhaft eine bestimmte Urlaubsregion favorisiert, für den kann eine eigene Ferienimmobilie eine Alternative sein. Worauf Käufer achten sollten und wie sie mit der Vermietung ihres Urlaubsdomizils Geld verdienen können, erklärt Kathrin Milich von der Bausparkasse Schwäbisch Hall.

Die Lage
Die Lage einer Urlaubsimmobilie ist entscheidend: Je beliebter die Ferienregion, desto leichter das Vermieten. Eine ganzjährig belebte Gegend lockt auch in der Nebensaison Mieter an. Als Faustregel gilt: Besser in ein kleines Haus in attraktiver Lage investieren als in ein großes Anwesen am falschen Ort. Haben Käufer ihre Traumimmobilie gefunden, sollten sie darauf achten, in welchem Ortsteil das Haus liegt, wie gut die Verkehrsanbindung ist und ob es Restaurants, Ladengeschäfte und Freizeitangebote in der Nähe gibt.

Die Nebenkosten
In Deutschland fallen beim Immobilienkauf Nebenkosten für Grunderwerbsteuer, Notarkosten und gegebenenfalls Maklergebühren an. Je nach Bundesland summieren sich die Erwerbsnebenkosten auf bis zu 15 Prozent des Kaufpreises. Auch bei einem Ferienhaus fallen übliche laufende Kosten an – für Heizung und Wasser, Versicherungen und Grundsteuer, Gemeinschaftskosten und Rundfunkgebühren etwa. "Käufer sollten mit rund drei Euro Nebenkosten pro Monat und Quadratmeter rechnen", so Kathrin Milich. Im Ausland sollten sich Käufer vor Ort genau über alle Nebenkosten erkundigen.

Die Rendite
"Die jährliche Rendite einer Urlaubsimmobilie liegt bei etwa vier Prozent", erklärt Milich. "Bei besonders attraktiven Objekten sind bis zu sechs Prozent drin." Auf diese Rendite sollten sich Immobilienkäufer allerdings nicht verlassen: Umweltfaktoren wie anhaltend schlechtes Wetter können die Rechnung beeinflussen und schnell zunichtemachen. "Ab rund 120 vermieteten Tagen im Jahr bringt die Urlaubsimmobilie ein Plus in die Kasse", erläutert die Expertin. Hinzu kommt der ideelle Wert: "Einfach hinfahren, ankommen und ungestört entspannen: Das bietet so nur das eigene Feriendomizil."

Die Einrichtung
Bei der Einrichtung zählt nicht nur der eigene Geschmack: Je wohler sich Gäste in ihrer Unterkunft auf Zeit fühlen, desto eher empfehlen sie die Ferienimmobilie weiter oder kommen selbst wieder. Helle Räume, eine moderne Einrichtung und ausreichend Abstellfläche locken Urlauber an. Bei neuen Wohnungen sind außerdem funktionierendes WLAN und ein moderner Fernseher Standard. "Bei der Auswahl der Möbel sollten Immobilienbesitzer auf pflegeleichte und strapazierfähige Materialien setzen, zum Beispiel Sitzmöbel mit waschbaren Bezügen", rät Milich.

Die Organisation
Eine Flasche Wein zur Begrüßung oder praktische Freizeittipps: Kleine Aufmerksamkeiten und nützliche Hinweise wissen Urlauber zu schätzen. "Angelegenheiten wie die Schlüsselübergabe, das Zahlen der Kurtaxe oder die Endreinigung sollten klar geregelt sein", sagt die Expertin. Wer das nicht selbst übernehmen kann, greift auf einen Dienstleister zurück.

Die Akquise
Wer die Vermietung der Ferienimmobilie selbst in die Hand nehmen will, findet seine Gäste per Zeitungsinserat oder online. Auf Onlineportalen können Vermieter ihre Häuser oder Wohnungen für wenig Geld inserieren. "Das hat einige Vorteile: Immobilienbesitzer erreichen viele Interessenten, können ihrer Anzeige Bilder und Objektbeschreibungen hinzufügen – und der Kontakt lässt sich unkompliziert herstellen", erklärt die Expertin. "Viele Portale verfügen zudem über ein Bewertungstool. Das sorgt für Transparenz und schafft Vertrauen."